Meine Fotografie-Biografie Teil 7

Hier geht es zu Meine Fotografie-Biografie Teil 1.

Blende, Iso, Belichtungszeit

Wir schrieben das Jahr 2015. Ich hatte eine eigene Facebook-Fanpage gegründet und nutzte (und nutze) mittlerweile eine Canon 700d. Der Sensor meiner 350d war kaputt gegangen.

Ich hatte endlich meine Meinung abgelegt, dass die drei Säulen der manuellen Fotografie überflüssiger Schnickschnack sind. Bisher war ich mit meiner Vollautomatik gut zurecht gekommen. Warum sollte ich dann alles per Hand einstellen? Für mich kam das bisher einem Rückschritt gleich. Kein Mensch käme auf die Idee, jeden Programmpunkt seiner Waschmaschine selbständig einzustellen. Aber ausgerechnet beim Fotografieren sollte das Vorteile mit sich bringen?

Zudem bin ich ein ziemlich sturer Mensch. Was ich nicht kann, ist doof. Brauche ich nicht! Basta! *Schmollmund, verschränkte Arme und aufstampfen bitte denken*.

Auf der anderen Seite bin ich auch sehr neugierig und ehrgeizig. Es konnte doch nicht sein, dass so viele Menschen etwas wussten, was ich nicht beherrschte!

Also googelte ich nach Blende, Iso und Belichtungszeit und was die drei Komponenten miteinander zu tun hatten. Trotz der Fülle an Artikeln im World-wide-web fühlte ich mich erst einmal schlecht informiert. Ich hatte den Eindruck, die Fotoprofis erklärten das ganze Mysterium absichtlich viel zu kompliziert. Vielleicht wollte man unter sich bleiben?

Irgendwann hatte ich es dann doch geschnallt und seitdem steht bei mir bei 99% aller Bilder das Einstellrädchen meiner Kamera auf „M“. Irgendwann werde ich sicherlich auch einen Blogartikel zur manuellen Technik schreiben. Und zwar EINFACH erklärt. Das ist nämlich eigentlich alles pipileicht zu verstehen und wird nur verkompliziert. Um Bücher, Onlinekurse und co verkaufen zu können. Meine Meinung! Der beste Lehrmeister ist dabei übrigens die Kamera selbst. Die schnellsten Ergebnisse erzielt man, wenn man einfach Learning-by-doing macht. Nur vom passiven Konsumieren von Literatur (welcher Art auch immer), wird das nichts mit der Fotografiererei.

Hier zeige ich Euch mal einen Vergleich, den ich damals gemacht habe. Beide Fotos sind unbearbeitet. Es war ein sehr sonniger Tag. Die Automatik hat das Foto überbelichtet. Ich konnte mit der manuellen Einstellung ein besseres Ergebnis erzielen.

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Glaskugel-Fotografie und Landschaft

Ich begann mich neben meiner wohl nie endenten Leidenschaft für Makros, mit der Landschaftsfotografie anzufreunden. Gelegenheit für derlei Fotos gab es in unseren Urlauben in Dänemark und auf Ausflügen in die Oberlausitzer Natur. Zusätzlich kaufte ich mir eine Glaskugel, die sehr spannende Effekte in meine Fotos zauberte.

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Im letzten Teil meiner Fotografie-Biografie erfahrt Ihr dann noch, wie sich meine Bildbearbeitung seit 2015 geändert hat und wie ich alte analoge Linsen für mich entdeckte.

 

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Motive gibt es bei jedem Wetter!

Ich lasse im Herbstgarten immer dekorative Samenstände stehen. Das hilft der Natur und sorgt für interessante Fotomotive im Winter. Außerdem hat man so eine prima Begründung für seine Faulheit ;-). Hier seht Ihr eine verblühte Indianernessel, vom Reif kandiert. Wer eine andere, farbenfrohere Variante des Bildes anschauen möchte, sollte mal auf meine Facebook-Seite schauen.

Meine Fotografie – Biografie Teil 6

Zu Meine Fotografie-Biografie Teil 1 geht es hier entlang.

Im Jahr 2011 änderte sich etwas gravierendes. Aus „unserem Hobby“ wurde „mein Hobby“. Mein Partner Enno verstarb leider. Die Änderungen, die sein viel zu früher Tod mit sich brachten, berührten auch die Fotografie. Er war es, der bisher fast alle Landschaftsfotos gemacht hatte. Ich finde mich bis heute noch nicht sonderlich talentiert in diesem Genre. Er war es, der tagelang Produkttests und Rezensionen zu Kamera, Objektiven und Stativen durchforstete und sich um die „Hardware“ kümmerte. Er war es, der ein Händchen für kreative Bildtitel hatte und witzige Fotos mittels Stofftieren, Kiwis, Eiern und was-weiß-ich noch-alles erfand.

Mein jetziger Partner unterstützte mich von Anfang an bei der Fotografie, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Er hat Verständnis und Geduld, wenn es bei mir mal wieder länger dauert, bis ein Bild im Kasten ist. Er begleitet mich bei Ausflügen. Er montiert mir alte Objektive aus Flohmarkt-Kameras. Und nicht zuletzt weiß er berufsbedingt immer, wo im Sommer die Mähdrescher fahren, die ich so gerne ablichte.

Trotz des Wandels blieb mein Vorgehen in der Fotografie erst einmal gleich. Ich knipste nach wie vor mit den Automatikprogrammen und im Format Jpeg. Ich vermisste nichts und kannte es nicht anders. Erfolgreiche Teilnahmen an Fotowettbewerben bestätigten mir, dass die Qualität meiner Bilder so schlecht nicht sein konnte.

Die Ära „Facebook“ beginnt…

Ich meldete mich bei facebook an. Was mir dort für Leute begegneten! Besonders amüsant fand ich Männer der Spezies „ambitionierter Hobbyfotograf“. Sie tummeln sich in unendlich vielen Fotogruppen und präsentieren ihre Werke. Stolz wie die Gockel. Sie strafen Kritik an ihren Bildern. Denn sie sind nun mal Meister ihres Fachs. Und NUR sie! Anfängerfragen beantworten sie grundsätzlich mit „Kannst Du nicht googeln?“. Über Bilder von Frischlingen wird sich lustig gemacht. Ihre Götter heißen „RAW“, „Vollformat“, „LR und PS“ und „manueller Modus“. Das wird sehr oft betont und erwähnt. Andere Foto-Religionen werden nicht geduldet und Anhänger dieser werden versucht zu bekehren. Sie sind quasi die Vegetarier unter den Fotokonsumenten.

Natürlich beeinflusste mich ihr Tun. Zu Beginn fand ich das stolze Kokettieren der Fotogockel noch lustig. Ich lehnte ihre Götter ab und suchte auch immer wieder Gründe, warum das ganze Bla-Bla von wegen Aufnahmetechnik, Bildbearbeitung und co völlig übertrieben war. Später änderten sich meine Gefühle hin zu Wut und vielleicht auch zu Neid. Warum machte man so ein Geheimnis um das Zusammenspiel von ISO, Blende und Belichtungszeit? Es konnte doch nicht sooo schwierig sein, diese drei Komponenten zu beherrschen…

Hier geht es zu Meine Fotografie-Biografie Teil 7.

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Farben in der Fotografie

Ich habe auf dem Mitmachblog einen Artikel zum Thema „farbenfroh“ veröffentlicht.

Im Bereich der Fotografie nimmt die Farbgebung eines Bildes einen hohen Stellenwert ein. Wenn ihr euch ein bisschen genauer in das Thema „eingoogled“ erhaltet ihr viele Tipps, wie die ideale Farbgestaltung eines Fotos zu sein hat. Zum Beispiel: Bilder mit viel rot darin, werden häufiger angeklickt. Logisch – gilt doch die Farbe des Feuers und […]

über Farben in der Fotografie — MitmachBlog

Evergreens – Bilder mit Bedeutung #2

In der Reihe „Evergreens“ zeige ich Fotos von mir, die schon älter sind. Sie haben eine tiefere Bedeutung für mich, oder sind mit einer Geschichte verbunden, die ich Euch gerne erzählen möchte.

„Anet I love you“

Ich entdeckte dieses Herz auf einem tristen Waldspaziergang ohne Schnee Ende 2013. Bevor wir aufbrachen hatte ich noch überlegt, ob sich das Schleppen der Kamera wohl lohnen würde. Bei dem Wetter? Zu dieser Jahreszeit? Gut, dass ich sie mitnahm.

Wobei? Bei diesem Motiv hätte wahrscheinlich auch ein Handyschnappschuss eine Geschichte erzählen können. Es kam gar nicht auf den qualitativen Aspekt an.

Das Herz mit der Inschrift fiel mir sofort auf, weil es Fragen aufwirft. Viele Fragen!

Wann wurde das Herz eingeritzt? Wann wurde es durchgestrichen? Von wem wurde es durchkreuzt und warum? Von der Angebeteten, die die Liebe nicht erwiderte und wutig war? Oder vom Zurückgewiesenen, aus Liebeskummer? Vielleicht sogar von einem Nebenbuhler? Hat das Herz die „Anet“ vielleicht nie gesehen, weil es eine einseitige und heimliche Liebe war? Hieß die Liebe überhaupt „Anet“, oder war es ein Schreibfehler? Wie wird es den beiden wohl jetzt gehen? Gab es vielleicht doch noch ein Happyend?

Ich werde es wohl nie erfahren.

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Meine Fotografie-Biografie Teil 5

Hier geht es zu Meine Fotografie-Biografie Teil 1.

Wir zogen um. Rein virtuell versteht sich. Die neue Fotoplattform unseres Vertrauens nannte sich „ipernity“. Viele unserer flickr-Freunde wanderten dorthin aus und es wurde fast so wie früher. Mir fehlte auf Dauer die Internationalität. Die User waren größtenteils deutsch und französisch. Und irgendwann glichen sich auch deren Fotos an. Es wurde fast nur das Genre der Natur- und Landschaftsfotografie bedient. Zumindest kam es mir so vor. Postiv an dieser Community war der Blogbereich. Man konnte dort Texte schreiben.

neue Objektive wurden gekauft

Irgendwann hatten wir das Kitobjektiv 18-55mm ausgereizt. Enno entdeckte die Landschaftsfotografie für sich und wollte gleichzeitig ein Objektiv, das einen großen Brennweitenbereich abdeckte. Wir entschieden uns für ein 18-200mm Telezoom von Sigma. Ich nutze es heute noch regelmäßig und gerne auf Reisen. Ich interessierte mich für die Makrofotografie. Also begaben wir uns in das Fotofachgeschäft unseres Vertrauens und verließen es wieder mit einem 70-300mm Objektiv mit Makrofunktion von Sigma. Positiv daran war, dass man auch Tiere mit einer großen Fluchtdistanz gut fotgrafieren konnte – man zoomte das Objekt der Begierde einfach heran. Nachteilig war die Lichtschwäche. Es war kaum möglich, an einem bedeckten Tag etwas scharf fotografieren zu können. Die länger benötigte Belichtungszeit und/oder der ISO machten einem einen Strich durch die Rechnung. Ohne Stativ konnte man das schwere Glas direkt in der Tasche lassen.

Aufgrund dieser Nachteile entdeckten wir zu dieser Zeit eine neue Leidenschaft. Die Festbrennweiten. Zuerst kauften wir uns das „Nifty-Fifty“. Das preiswerte 50er 1.8 von Canon. Für mich wurde es ein neues „Immerdrauf“. Ich war geradezu berauscht von Schärfe und Bokeh. Selbst in der Dämmerung waren die Belichtungszeiten noch kurz genug für ordentliche Fotos. Vorausgesetzt man riss die Blende auf. Was ich ausnahmslos tat. Da man damit aber keine Makros machen konnte, musste noch ein „richtiges“ Makroobjektiv her. Das 90er von Tamron. Ich liebte es! Es war scharf und leicht.

Damit war unser „Objektivpark“ für viele Jahre vollständig. Ab 2009 konnten wir diesen dann ausgiebig testen, denn wir hatten ein neues Fotomotiv. Unser Sohn Henning erblickte die Welt. Es folgten zweieinhalb unbeschwerte Jahre mit vielen schönen Kinderbildern. Ein paar davon seht Ihr hier.

Und hier geht es zu Meine Fotografie – Biografie Teil 6.

bunt wie der Sommer~Baden fetzt!In bed with Giraffe.

Fototipp #1

Neben meiner Rubrik Evergreens – Bilder mit Bedeutung möchte ich Euch auch in loser Folge Fototipps geben. Das ein oder andere ausführliche Tutorial wird sicherlich auch darunter sein. Ich liebe es, low-budget-Dinge bei meinen Bildern einzusetzen, die meist auch ganz schnell umzusetzen sind. Los gehts…

Fototipp #1 ~natürlicher Filter~

Für das untere Foto der Collage habe ich einfach ein oranges Tuch ganz nah seitlich vor die Linse gehalten – und schwupps – fertig ist die Sonnenuntergangsstimmung völlig ohne Bildbearbeitung, Lightroom-Preset, oder irgendein overlay. Die Fotos sind tatsächlich out of cam. Es macht Spaß mit solchen einfachen Dingen tolle Effekte zu erzielen. Natürlich kann man auch andere Dinge vor die Linse halten – zum Beispiel farbiges Papier.

Ihr habt den Tipp ausprobiert? Zeigt mir gerne Eure Werke oder andere Tricks für tolle Fotos! Ich freue mich darüber!