Ich schenke Dir ein Foto!

Im Garten blühen die Obstbäume. Bei meinem Streifzug durch den Frühling habe ich ein Foto mit viel satten blauen Himmel fotografiert. Durch den Freiraum eignet es sich super als Blogfoto für Deine Beiträge. Ich schenke es Dir! Klicke einfach auf den Link zur Dropbox und lade es gratis herunter. Du kannst es nach Lust und Laune bearbeiten. Bitte verlinke meinen Blog bei Benutzung https://stefleifotografie.wordpress.com/. Du hast keinen Blog, möchtest mein Foto aber zum Beispiel als Titelbild bei Facebook nutzen, oder als Desktopfoto? Kein Problem. Du darfst es natürlich auch kostenlos downloaden. Die Datei darf nicht weiter verkauft werden und es dürfen mit dem Foto keine kommerziellen Druckerzeugnisse erstellt werden.

Advertisements

Wollschweber an Lungenkraut

Jedes Jahr im Frühjahr kann man Wollschweber beobachten. Sie sehen aus wie Hummeln, gehören aber zu den Fliegen. Sie sind geschickte Insekten und haben einen langen Rüssel. Mit dem sammeln sie Nektar.

Schon seit vielen Jahren versuche ich diese Tiere zu fotografieren. Jedes Jahr von Neuem bin ich erstaunt und überrumpelt, wie flink und emsig sie von Blüte zu Blüte summseln. Kaum hat man einen Wollschweber entdeckt und die Kamera im Anschlag, ist er auch schon wieder fort. Ein scharfes Makro? Fehlanzeige!

Dieses Jahr habe ich es anders gemacht…

Es war ein sehr reges Treiben auch von anderen fliegenden Nahrungssuchern. Ich fokusierte einfach das Blümchen an und wartete, bis sich Bombylius major kurz niederließ. Eine klassische Photobomb sozusagen. Vielleicht wird er ja deshalb im lateinischen so bezeichnet? 😉

Mein kleiner Quicktipp…

… für nervenschonende Insektenfotos ist also folgender: Fokussiere erst in Ruhe eine umschwirrte Blüte an. Du kannst sogar ein Stativ nutzen und gemütlich Deine Kameraeinstellungen überprüfen. Mach ruhig ein paar Probeaufnahmen, dann siehst Du, ob Deine Belichtung stimmt. Nun kannst Du in Ruhe und mit Geduld auf ein Insekt warten. Setzt es sich nieder, drücke entspannt auf den Auslöser!

Die Pflanze heißt übrigens geflecktes Lungenkraut oder Pulmonaria officinalis. Ich mag sie sehr. Sie hat hübsch gemusterte und behaarte Blätter und die Blüten sind oft zweifarbig. Rosa- und lilafarbene Blüten wachsen gleichzeitig an einer Pflanze. Sie wurde früher als Heilkraut bei Lungenerkrankungen angewandt.

Wie verträumte Fotos schon in der Kamera entstehen…

Verspielt, verträumt, märchenhaft, romantisch, zart … all das sind Adjektive, die man im Zusammenhang mit Bildern sieht, die viel weiches Bokeh enthalten. Oftmals werden diesen Fotos nachträglich am Computer digitale Overlays und Texturen hinzu gefügt. Hier hatte ich schon einmal beschrieben, was das ist und wie ich solche Dateien nutze.

Du kannst solche Effekte aber auch schon während des Fotografierens einfügen. Das erspart Dir eine umfangreiche Manipulation während der Bildbearbeitung. Ich persönlich liebe die Spielerei am Computer. Trotzdem zeichnet es natürlich einen guten Fotografen aus, wenn er möglichst schon ein sehr gutes Rohbild hat und nicht zu tief in die digitale Trickkiste greifen muss.

Hier siehst Du noch einmal den Vergleich zwischen dem Original und meiner Bearbeitung.

IMG_9258sk

oglofairylogosk(1)(1)

 

Wie habe ich das schöne Bokeh im Vorder- und Hintergrund gemacht?

Ich habe mich auf unsere Wiese gelegt und durch ein paar Narzissen auf die Osterglocken DAHINTER fokussiert. Dazu habe ich natürlich den Autofokus ausgeschaltet. Er hätte mir immer die vorderen Blumen scharf gestellt. Die gelben Kreise im oberen Bilddrittel und das weiche verschwommene Grün, was die Stengel des Hauptmotivs verdeckt, stammen also von den unscharfen Pflanzen im Vordergrund. Meine „Hauptblüten“ stehen wiederrrum ein wenig entfernt vor einer noch nicht belaubten Hecke. Diese wurde vom warmen Sonnenlicht angestrahlt und bildet somit den rötlichen weichen Hintergrund.

Welche Einstellungen habe ich gewählt?

Da mir genügend Licht zur Verfügung stand, wählte ich eine sehr kurze Belichtungszeit (1/2000 stel Sekunde). Die Blende öffnete ich weit (f=2.8) um einen kleinen Schärfebereich und ein schönes weiches Bokeh vor und hinter der Pflanzen zu bekommen. Den ISO wählte ich sehr niedrig, um Bildrauschen zu vermeiden. Die Brennweite betrug 90mm. Ich habe das Makroobjektiv von Tamron genutzt.

Über den Tellerrand Fotorand geschaut…

Perdita Petzl und Henrik Spranz sind für mich DIE Fotografen, wenn ich an romantische Naturbilder denke. Schau doch mal auf ihrer Seite vorbei. Du wirst über ihre wunderbaren verträumten Bilder staunen. Ich bin jedenfalls immer wieder von Neuem fasziniert, wie die beiden mit Licht malen.

 

Helle Blumen fotografieren

In den letzten Tagen habe ich viele Fotos mit Buschwindröschen gesehen. Zur Zeit bilden sie wieder an manchen Orten wunderschöne weiße Blumenteppiche. Was mir bei den Bildern häufig auffällt: Die zarten Blütenblätter sind einfach nur weiß. Sie strahlen flächig und ohne Zeichnung. Wenn man die Köpfchen der Blumen jedoch von Nahen besieht, erkennt man eine zarte, filigrane Struktur. Sie sind ganz fein geädert.

252textsklogo

Das Problem

Buschwindröschen schließen ihre Blüten im Schatten. Möchte man sie im geöffneten Zustand fotografieren, muss man sie in der Sonne ablichten. Da die schneeweißen Blütenblätter aber das Licht stark reflektieren, überstrahlt es dann oft in den hellen Bereichen des Fotos. Die Blüten sind ohne Struktur und Zeichnung. Das gleiche Problem hat man natürlich auch bei anderen sehr hellen Blüten und Gegenständen. Auch Hochzeitsfotografen haben oft ihre liebe Not mit den hübsch verzierten Brautkleidern. Sie wirken auch gerne flächig weiß neben den dunklen Anzügen der Bräutigame.

Die Lösung

Viele Wege führen nach Rom. Und viele Möglichkeiten führen zu einem gut belichteten und nicht zu hellen Buschwindröschen.

1. Nutze eine kurze Belichtungszeit!

Unsere lieblichen Blümelein stehen auf einem sehr dünnen Stengel. Dadurch schwanken sie recht schnell im Wind. Es ist also angebracht, mit einer sehr kurzen Belichtungszeit zu fotografiern. Das vermindert zu einem die Bewegungsunschärfe durch das Wanken und die zitternde Hand des Fotografen. Zum anderen fällt dadurch weniger Licht auf den Sensor der Kamera, da die Lichteinfallszeit ja nur kurz ist. Das Foto wird dunkler und damit auch unsere überstrahlten Blütenblätter.

2. Nimm eine höhere Blendenzahl!

In der Regel fotografiert man kleine Blumen mit einem Makroobjektiv. Diese sind meist sehr lichtstark. Nutzt man die Offenblende (also z.B. f=2.8), fällt viel Licht auf den Sensor, das das Loch (die Blende) sehr weit geöffnet ist. Man erhält also wieder ein sehr helles Bild. Zudem ist der Schärfebereich sehr klein. Schließt man die Blende (Blendzahl wird größer), wird das Foto dunkler und der scharfe Bereich größer. Da Du ja bestimmt nicht nur ein Staubgefäß deutlich abbilden möchtest, sondern einen Großteil der Blüte, ist eine etwas geschlossene Blende also besser. Durch den größeren Schärfebereich werden auch wieder kleinere Verwacklungen besser toleriert.

3. Meide die Mittagszeit zum fotografieren!

In den Mittagsstunden steht die Sonne am höchsten. Sie strahlt am hellsten. Weiße Flächen reflektieren das Licht besonders stark. Es blendet und das Foto wird überbelichtet. Nutze zum Fotografieren also die frühen Morgenstunden oder die Zeit kurz vor Sonnenuntergang, wenn die letzten Strahlen den Boden berühren. Aber beeile Dich! Buschwindröschen schließen bei fehlendem Licht schnell ihre Blüten.

4. Schatte die Blume leicht ab!

Du hast nur mittags Zeit? Auch kein Problem. Besorge Dir ein helles dünnes Tuch oder ein T-shirt und dämpfe damit das Sonnenlicht. Buschwindröschen wachsen gerne unter Bäumen. Vielleicht kannst Du Deinen Sonnenschutz sogar mit ein paar Wäscheklammern an den Zweigen befestigen?! Wenn Du nun das Gefühl hast, die grünen Blätter der Pflanze werden zu dunkel wenn Du die weiße Blüte korrekt belichtest, dann helle die Blätter auf. Dies erreichst Du beispielweise mit einem Stück Alufolie, einer Rettungsdecke oder einem Blatt Papier. Probiere, wie Du diese Dinge als Reflektoren einsetzen kannst! Helle damit punktuell die Blätter auf, während die Blüte im Schatten bleibt.

Wenn Du die grünen Pflanzenteile nicht vor Ort aufhellen möchtest oder kannst, ist es auch nicht so schlimm. Während der digitalen Bildbearbeitung ist es auch später noch möglich, die Tiefen aufzuhellen. Das geht besser, als ausgebrannte überbelichtete Stellen nachträglich abzudunkeln. Eine kleine Unterbelichtung ist also besser korrigierbar, als eine Überbelichtung.

5. Fotografiere auf Augenhöhe!

Runter auf die Knie, oder auf den Bauch! Fotografiere die Blumen nicht von oben. Sie wirken platt und reflektieren die Sonne besonders stark. Nimmst Du sie von der Seite auf, entsteht eine interessante Perspektive. Die Blüte wird räumlicher. Vielleicht schimmern sogar die Staubgefäße durch die dünnen Blütenblätter?

buwiröexlogosk

Je nach Deinen Vorrausetzungen kannst Du natürlich auch mehrere Tipps gleichzeitig anwenden, um ein korrekt belichtetes Blümchenfoto zu erhalten. Probiere es doch einfach mal aus!

Hat Dir dieser Artikel weiter geholfen? Empfehle ihn gerne weiter. Ich freue mich auch über Kommentare und Links zu Deinen Bildern von hellen Blüten.

Hier findest Du alle meine Artikel mit Tipps zur Fotografie.

Fototipp: Nutze den Hintergrund bewusst!

Ein häufiger Anfängerfehler: Du bist so mit dem Hauptmotiv beschäftigt, dass Du den Vorder- und den Hintergrund außer acht lässt und gar nicht so richtig wahr nimmst. Manchmal findet man vielleicht auch ein tolles Motiv, aber die Umgebung stört.

Mein Tipp: Spiele mit dem Hintergrund! Baue ihn bewusst als gestaltendes Element ins Bild mit ein!

Das Problem

Ein gutes Beispiel liefert dieses Bild hier. Ich fotografierte die Narzisse in meinem Garten. Hinter der Pflanze befand sich eine dunkle Hecke. Dahinter stand das Auto des Nachbarn. Sein Rücklicht wurde von der Sonne bestrahlt und leuchtete dadurch rot. Ich hätte mich jetzt ärgern können über den unnatürlichen Lichtfleck. Oder ich hätte ihn in der Nachbearbeitung aus dem Bild entfernen können.

Die Lösung

Ich öffnete die Blende (großes „Loch“ gleich kleiner Blendenwert gleich kleiner Schärfebereich) und positionierte mich mit der Kamera so, dass sich der nun entstandene rote Bokehkreis genau hinter der Blüte befand. Die Narzisse wurde nun quasi vom Hintergrund zusätzlich betont. Der Lichtkringel ist mein gestalterisches Mittel, um das Foto interessanter zu machen. Die weit geöffnete Blende lässt das Auto verschwinden. Ohne den Lichtkreis wäre das Bild ein ganz normales Blumenfoto. Schön, aber nichts besonderes.

Probiere es mal aus. Du wirst sehen: Man kann auch in der Fotografie aus der Not eine Tugend machen!

Hier geht es zu einem anderen Fototipp.

 

Erfolg = Geld?

Ich gebe zu, dass mein Beitrag Warum Du niemals mit der Hobbyfotografie erfolgreich sein wirst! etwas provokant formuliert war. Er sollte auch ein wenig provozieren und zum Nachdenken anregen.

Der Blogpost löste ein großes Interesse aus und bescherte mir schon am ersten Abend über 600 Aufrufe.

Der Artikel polarisierte. Es gab viele positive Kommentare auf Facebook. „Endlich bringt es mal jemand auf den Punkt!“und „absolute Zustimmung“ zum Beispiel. Es gab aber auch nachfragende Wortmeldungen und negative Reaktionen („Schmarrn!“ „Aprilscherz“). Mit den Nachfragern entwickelten sich ausnahmslos positive beziehungsweise neutrale Diskussionen. Der Grundtenor dabei war die Frage an mich nach der Definition von Erfolg als Hobbyfotograf. Es wurde automatisch davon ausgegangen, dass ich den Erfolg mit einer finanziellen Vergütung gleichsetze.

Warum? Achtung Küchensoziologie

Ich weiß es nicht. Mit keiner Silbe behauptete ich dies in meinem Beitrag. Meine einzige Erklärung: Der Mensch geht von sich selbst aus. Wir alle wachsen im Kapitalismus auf. Wir werden dazu erzogen, Geld zu verdienen. Je wohlhabender, desto besser. Geld regiert die Welt. Je mehr wir verdienen, desto mehr können wir uns leisten. Je mehr wir ausgeben können, desto wertvoller sind wir für unsere Gesellschaft. Erfolg hat man, wenn man Geld hat. Hat der Nachbar mehr, nagt der Neid an der Seele.

Stopp!

Wie schon oben erwähnt: ich habe nie behauptet, man ist als Hobbyfotograf erst erfolgreich, wenn der Rubel rollt. Im Gegenteil. Wenn man mit der Fotografie Geld verdient, hat man einen (Neben)Job. Dann ist es für mich kein Hobby mehr. Natürlich ist es auch in Ordnung, wenn Du Profit mit Deiner Passion machen möchtest. Für mich persönlich ist es zur Zeit keine Option. Ich denke, dann wäre ich nicht mehr so frei, so unabhängig.

Was ist für mich Erfolg in der Hobbyfotografie?

Ich bin erfolgreich, wenn ich mich weiter entwickeln kann. Wenn ich mit auftauchenden Schwierigkeiten und Grenzen positiv umgehe. Wenn ich es schaffe, diese Probleme zu lösen. Ich bin erfolgreich, wenn mir selbst meine Fotos gefallen und in mir ein Glücksgefühl auslösen. Ich brauche keine 10.000 Follower bei Instagram um Erfolg zu haben. Denn ich behalte gerne den Überblick. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar von Euch. Es streichelt auch die Seele, wenn ich mal bei einem Fotowettbewerb gewinne. All das ist Erfolg für mich.

Erfolg = Glück

Ein Kommenator in einer Facebookgruppe schrieb mir, er setzt Erfolg mit Glück gleich. Mit dieser Meinung gehe ich zu 100% mit. Wenn ich erfolgreich bin, löst es in mir Glücksgefühle aus. Ich freue mich den gesamten „Fotografiezyklus“ über. Erst freue ich mich zum Beispiel über das schöne Licht auf der hübschen Blüte. Dann bin ich glücklich, weil ich ein gutes Foto davon machen konnte. Bei der Bildbearbeitung entspanne ich und bin über mein Endergebnis zufrieden. Wenn ich mein Bild dann in den sozialen Medien zeige, bin ich wieder glücklich. Über jedes Like, jeden Kommentar und jede Teilung. Das ist der Applaus. Mein Erfolg. Mein Glück. Wenn ich lange Zeit ein und dasselbe fotografiert habe, packt mich die Langeweile. Dann möchte ich mich weiter entwickeln. Dieses Streben nach Verbesserung und neuem Wissen ist ebenfalls Erfolg für mich.

Wenn ich den Ausgangsartikel noch einmal schreiben würde, trüge er folgende Überschrift. „Warum Du Dich in der Hobbyfotografie niemals weiter entwickelst.“ Erfolg scheint jeder anders zu definieren. Zu viele sehen darin nur den finanziellen Gewinn.

Was bedeutet Erfolg für Dich?

Osterkaktus vorher-nachher

Blumen sind dankbare Fotomotive. Sie zicken nicht herum, halten still und sind trotzdem wunderschön. 😉

Dieser Osterkaktus steht auf der Fensterbank bei der Schwiegermutter. Ich mag die Blütenform von Osterkakteen besonders gerne wegen ihrer weit hervorstehenden neugierigen Blütenstempel. Das „Rohfoto“ war mir allerdings ein wenig zu langweilig. Wer mich kennt weiß, dass ich Farben liebe. Deshalb legte ich ein blau-pinkes selbst hergestelltes Overlay über das Bild. Ich liebe den Kontrast zwischen warmen und kalten Farbtönen!

Ich bin mir bewusst, dass diese Art der Bildbearbeitung nicht jedermanns Geschmack ist. Manch einer findet derart gestaltete Fotos nicht mehr natürlich genug. Ich möchte aber kein Dokumentarfotograf sein. In der Malerei gibt es auch sehr naturgetreue Künstler und solche, die lieber farbenfroher ans Werk gehen. Warum nicht? Keiner nimmt dem anderen etwas weg. Für mich gehört die Bildbearbeitung zur digitalen Fotografie dazu.

Hier siehst Du einen Vergleich zwischen dem unbearbeiteten Foto und meinem entstandenen Bild:

overlaydemo

Erzähle mir gerne, wie Dir mein Endergebnis gefällt. Nutzt Du auch Texturen und Overlays? Machst Du sie selbst, oder kaufst Du sie?