Auswertung der Blogparade „Meine besten Fotografie-Tipps“ Teil 2

Ende März hatte ich zu einer Blogparade aufgerufen. Ich suchte Deine besten Fotografie-Tipps. An dieser Challenge beteiligten sich 13 Fotografen. Das freut mich außerordentlich! Ich danke Euch vielmals! Ich möchte Dir die Blogbeiträge der Teilnehmer nun im einzelnen vorstellen. Die Artikel sind sehr verschieden, aber alle bereichernd. Von allgemeinen Tipps, über Tricks bei der Food-Fotografie bis hin zu Kniffen, wie man am besten ein Auto fotografiert und sogar aus einem fahrenden Wagen heraus knippst, ist so einiges dabei! Ich bin der Meinung, man kann noch so manches lernen. Jeder ist Fachmann auf seinem (Foto)gebiet und hat seine Tipps aufgeschrieben, um Dir als Leser weiter zu helfen. Ist das nicht großartig? Ich wünsche Dir viel Spaß beim stöbern!

Hier geht es zum Teil 1. Dort findet ihr die ersten sieben Beiträge der Blogbeiträge! Dies hier ist Teil 2.

8. 5 Tipps für bessere Fotos

Zu Sabine gehört der Blog Ferngeweht. Bei ihr geht es wieder um die Reisefotografie. Sie hat Dir 5 Tipps aufgeschrieben, wie Du ganz easy die häufigsten Anfängerfehler bei Deinen Fotos vermeiden kannst. Man findet diese Fehler sehr häufig, obwohl sie eigentlich einfach abzustellen sind. Man muss nur daran denken!

9. Foto-Tipp: Besser Querformat oder Hochformat?

Karin und Markus schreiben auf ihrem Blog Fotonomaden. Unterlegt mit anschaulichen Bildern beantworten sie Dir die Frage nach dem Bildformat. Sie stellen die einzelnen Fortmate vor und geben Tipps, wann welches Format die beste Bildwirkung erzielt. Dabei gehen sie aber nicht nur auf das Quer- und das Hochformat ein, sondern stellen Dir auch Panoramen und quadratische Fotos vor.

10. Auto fotografieren: Wie Du in 4 Schritten tolle Fotos von Autos machst

Alexander ist Autor des Blogs Vecartec. Er geht in seinem informativen Beitrag der Frage nach, wie man fotogene Aufnahmen von seinem Auto macht. Seine Tipps sind kurz und gut umsetzbar. Wenn Du also Autos fotografieren möchtest, bist Du mit Alexanders Beitrag bestens vorbereitet.

11. Meine Fünf besten Fototipps

Eigentlich lohnt es sich ja schon, nur wegen den tollen Fotos Gunther Dihlmans Blog zu besuchen. Er nennt sich Kamera und Foto Zubehör. In seinem Beitrag gibt es wieder Anfängertipps. Der Artikel bietet einen Rundumschlag. Er klärt die Frage JPEG oder Raw, reißt Regen zum Bildaufbau an und vieles mehr. Ein echter Impulsgeber!

12. Fotografie-Tipps für Landschaftsfotografie

Silvia ist eine Abenteuerin, Wanderin und Reisende. Sie gestaltet den Blog Abenteuerzeilen. Ihr Artikel beschäftigt sich mit der Landschaftsfotografie, Bildbearbeitung und allgemeinen Tipps für Anfänger. Dazwischen gestreut hat sie wirklich spektakuläre Fotos ihrer Reisen. Wenn Du dieses Jahr eine Reise planst, solltest Du Dir vorher ihren Beitrag durchlesen!

13. Meine besten Fotografie-Tipps

Ich habe natürlich auch einen Beitrag für Dich! Ich habe vier allgemeine Tipps für Anfänger in der Fotografie, die sehr wichtig sind. Ich erzähle Dir beispielsweise, wie und wo Du ehrliche Fotokritiker findest und warum Du Dich bei Deinem Hobby nicht unter Druck setzen solltest.

Ich bedanke mich noch einmal bei allen Mitwirkenden für die interessanten Beiträge.

Bitte schau Dich in Ruhe auf den verlinkten Blogs um. Es lohnt sich!

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Auswertung der Blogparade „Meine besten Fotografie-Tipps“ Teil 1

Ende März hatte ich zu einer Blogparade aufgerufen. Ich suchte Deine besten Fotografie-Tipps. An dieser Challenge beteiligten sich 13 Fotografen. Das freut mich außerordentlich! Ich danke Euch vielmals! Ich möchte Dir die Blogbeiträge der Teilnehmer nun im einzelnen vorstellen. Die Artikel sind sehr verschieden, aber alle bereichernd. Von allgemeinen Tipps, über Tricks bei der Food-Fotografie bis hin zu Kniffen, wie man am besten ein Auto fotografiert und sogar aus einem fahrenden Wagen heraus knippst, ist so einiges dabei! Ich bin der Meinung, man kann noch so manches lernen. Jeder ist Fachmann auf seinem (Foto)gebiet und hat seine Tipps aufgeschrieben, um Dir als Leser weiter zu helfen. Ist das nicht großartig? Ich wünsche Dir viel Spaß beim stöbern!

Aufgrund der vielen tollen Artikel, habe ich mich dazu entschlossen, die Auswertung auf zwei Beiträge aufzuteilen. Die Reihenfolge richtet sich nach dem Datum der Einsendung.

Besuche bitte unbedingt auch Teil 2.

1. Meine einfachen und wirksamen Fotografie-Tipps

Gebhard Roese betreibt den Blog Sehpferd. Er fotografiert mit Unterbrechungen schon seit 65 Jahren. In seinem Artikel gibt er Dir sieben Tipps zum Thema Equipmentkauf, Kamerahaltung und Motivwahl. Seine Ratschläge sind kurz und gut.

2. Meine Fotografie Tipps – Wie man ein schönes Bokeh zaubert

Der zweite Artikel stammt vom Blog Teacuppic. Die Autorin beschreibt darin ausführlich und verständlich, wie man in einem Foto ein schönes Bokeh (die Lichtkreise im Hintergrund) erzeugt. Sie untermauert Ihre Ausführungen mit erklärenden Bildern und beschreibt sogar noch, wie man das Bokeh mit selbst erstellten Schablonen verformen kann. Man lernt in diesem Beitrag sehr gut die Blende verstehen. Der Artikel lädt zum Nachmachen und experimentieren ein und ist perfekt für Anfänger umsetzbar.

3. 15 einfache Tipps und Empfehlungen fürs Fotografieren aus dem fahrenden Auto

Miuh betreibt einen Reiseblog. Er nennt sich Geheimtippreisen. Sie gibt uns ganze 15 Tipps, die man beachten sollte, wenn man ein Foto aus einem fahrenden Fahrzeug heraus machen möchte. Dabei gibt es nämlich eine ganze Reihe von Dingen zu berücksichtigen. Nicht immer ergibt sich die Möglichkeit, aus dem Auto auszusteigen und eine Rast einzulegen. Dann gilt es, den (fahrenden) Moment zu nutzen. Zusätzlich zeigt Miuh uns interessante Fotos zum Thema.

4. [Blogparade] Spiel mit der Schärfentiefe – Versuch macht klug mit dem Makroobjektiv

Auch Liane betreibt einen Reiseblog. Sie ist die ReiseEule. In ihrem Beitrag geht es allerdings nicht ums Reisen, sondern um die Schärfentiefe. Sie zeigt Dir, wie sich der Schärfebereich in Abhängigkeit von der gewählten Blende verändert. Es ist eine verständliche Erklärung mit Bildern, die Du gut nachvollziehen kannst. Der Beitrag ist ähnlich wie der vom Blog Teacuppic.

5. Die Kameramodi – Alles eine Sache der richtigen Einstellung

Ina, Nico und vier Kinder aus Norwegen stecken hinter dem Blog Mit Kind im Rucksack. Wenn Du schon immer mal wissen wolltest, für was das Einstellrädchen oben an Deiner Kamera da ist, dann kann ich Dir ihren Artikel empfehlen! Sie erklären Dir, was es mit den einzelnen Buchstaben, den Kameramodi, auf sich hat. Außerdem geben sie Tipps, wann Du welchen Modus am sinnvollsten einsetzt.

6. Was ich bisher über Food-Fotografie gelernt habe, zehn Tipps für Anfänger

Jenny betreibt den Blog Jennyisbaking. Sie gibt Dir zehn toll verständliche Tipps für Anfänger der Food-Fotografie. Ich sage Dir: Bei den Fotos im Artikel bekommst Du sofort Appetit und Lust aufs Backen und Fotos schießen! Ich habe sehr viel Neues gelernt und werde bestimmt den einen oder anderen Rat bei meinen Marmeladenfotos in Zukunft umsetzen. Genauso unkompliziert wie ihre Rezepte ist übrigens auch ihr Fotoequipment.

7. Meine Food-Fotografie Ausrüstung

Purple Avocado heißt der Blog von Sabrina. Auch bei ihr geht es um Food Fotografie. Sie hat Dir einen superausführlichen Artikel zusammengestellt, der sich um das Fotografiequipment dreht, was sie nutzt. Sie hat ein enormes Wissen über Dauerlicht, Blitzlicht, Lichtformer und co. Zusätzlich „beleuchtet“ sie noch die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Lichtarten und gibt Tipps zum Zubehör. Prädikat: Technik, die begeistert!

Das waren die ersten sieben Beiträge. Hier geht es noch einmal zu Teil 2! Teile den Artikel gerne, damit auch andere Fotobegeisterte von den Tipps profitieren! Vielen Dank!

 

Wie verträumte Fotos schon in der Kamera entstehen…

Verspielt, verträumt, märchenhaft, romantisch, zart … all das sind Adjektive, die man im Zusammenhang mit Bildern sieht, die viel weiches Bokeh enthalten. Oftmals werden diesen Fotos nachträglich am Computer digitale Overlays und Texturen hinzu gefügt. Hier hatte ich schon einmal beschrieben, was das ist und wie ich solche Dateien nutze.

Du kannst solche Effekte aber auch schon während des Fotografierens einfügen. Das erspart Dir eine umfangreiche Manipulation während der Bildbearbeitung. Ich persönlich liebe die Spielerei am Computer. Trotzdem zeichnet es natürlich einen guten Fotografen aus, wenn er möglichst schon ein sehr gutes Rohbild hat und nicht zu tief in die digitale Trickkiste greifen muss.

Hier siehst Du noch einmal den Vergleich zwischen dem Original und meiner Bearbeitung.

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Wie habe ich das schöne Bokeh im Vorder- und Hintergrund gemacht?

Ich habe mich auf unsere Wiese gelegt und durch ein paar Narzissen auf die Osterglocken DAHINTER fokussiert. Dazu habe ich natürlich den Autofokus ausgeschaltet. Er hätte mir immer die vorderen Blumen scharf gestellt. Die gelben Kreise im oberen Bilddrittel und das weiche verschwommene Grün, was die Stengel des Hauptmotivs verdeckt, stammen also von den unscharfen Pflanzen im Vordergrund. Meine „Hauptblüten“ stehen wiederrrum ein wenig entfernt vor einer noch nicht belaubten Hecke. Diese wurde vom warmen Sonnenlicht angestrahlt und bildet somit den rötlichen weichen Hintergrund.

Welche Einstellungen habe ich gewählt?

Da mir genügend Licht zur Verfügung stand, wählte ich eine sehr kurze Belichtungszeit (1/2000 stel Sekunde). Die Blende öffnete ich weit (f=2.8) um einen kleinen Schärfebereich und ein schönes weiches Bokeh vor und hinter der Pflanzen zu bekommen. Den ISO wählte ich sehr niedrig, um Bildrauschen zu vermeiden. Die Brennweite betrug 90mm. Ich habe das Makroobjektiv von Tamron genutzt.

Über den Tellerrand Fotorand geschaut…

Perdita Petzl und Henrik Spranz sind für mich DIE Fotografen, wenn ich an romantische Naturbilder denke. Schau doch mal auf ihrer Seite vorbei. Du wirst über ihre wunderbaren verträumten Bilder staunen. Ich bin jedenfalls immer wieder von Neuem fasziniert, wie die beiden mit Licht malen.

 

Helle Blumen fotografieren

In den letzten Tagen habe ich viele Fotos mit Buschwindröschen gesehen. Zur Zeit bilden sie wieder an manchen Orten wunderschöne weiße Blumenteppiche. Was mir bei den Bildern häufig auffällt: Die zarten Blütenblätter sind einfach nur weiß. Sie strahlen flächig und ohne Zeichnung. Wenn man die Köpfchen der Blumen jedoch von Nahen besieht, erkennt man eine zarte, filigrane Struktur. Sie sind ganz fein geädert.

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Das Problem

Buschwindröschen schließen ihre Blüten im Schatten. Möchte man sie im geöffneten Zustand fotografieren, muss man sie in der Sonne ablichten. Da die schneeweißen Blütenblätter aber das Licht stark reflektieren, überstrahlt es dann oft in den hellen Bereichen des Fotos. Die Blüten sind ohne Struktur und Zeichnung. Das gleiche Problem hat man natürlich auch bei anderen sehr hellen Blüten und Gegenständen. Auch Hochzeitsfotografen haben oft ihre liebe Not mit den hübsch verzierten Brautkleidern. Sie wirken auch gerne flächig weiß neben den dunklen Anzügen der Bräutigame.

Die Lösung

Viele Wege führen nach Rom. Und viele Möglichkeiten führen zu einem gut belichteten und nicht zu hellen Buschwindröschen.

1. Nutze eine kurze Belichtungszeit!

Unsere lieblichen Blümelein stehen auf einem sehr dünnen Stengel. Dadurch schwanken sie recht schnell im Wind. Es ist also angebracht, mit einer sehr kurzen Belichtungszeit zu fotografiern. Das vermindert zu einem die Bewegungsunschärfe durch das Wanken und die zitternde Hand des Fotografen. Zum anderen fällt dadurch weniger Licht auf den Sensor der Kamera, da die Lichteinfallszeit ja nur kurz ist. Das Foto wird dunkler und damit auch unsere überstrahlten Blütenblätter.

2. Nimm eine höhere Blendenzahl!

In der Regel fotografiert man kleine Blumen mit einem Makroobjektiv. Diese sind meist sehr lichtstark. Nutzt man die Offenblende (also z.B. f=2.8), fällt viel Licht auf den Sensor, das das Loch (die Blende) sehr weit geöffnet ist. Man erhält also wieder ein sehr helles Bild. Zudem ist der Schärfebereich sehr klein. Schließt man die Blende (Blendzahl wird größer), wird das Foto dunkler und der scharfe Bereich größer. Da Du ja bestimmt nicht nur ein Staubgefäß deutlich abbilden möchtest, sondern einen Großteil der Blüte, ist eine etwas geschlossene Blende also besser. Durch den größeren Schärfebereich werden auch wieder kleinere Verwacklungen besser toleriert.

3. Meide die Mittagszeit zum fotografieren!

In den Mittagsstunden steht die Sonne am höchsten. Sie strahlt am hellsten. Weiße Flächen reflektieren das Licht besonders stark. Es blendet und das Foto wird überbelichtet. Nutze zum Fotografieren also die frühen Morgenstunden oder die Zeit kurz vor Sonnenuntergang, wenn die letzten Strahlen den Boden berühren. Aber beeile Dich! Buschwindröschen schließen bei fehlendem Licht schnell ihre Blüten.

4. Schatte die Blume leicht ab!

Du hast nur mittags Zeit? Auch kein Problem. Besorge Dir ein helles dünnes Tuch oder ein T-shirt und dämpfe damit das Sonnenlicht. Buschwindröschen wachsen gerne unter Bäumen. Vielleicht kannst Du Deinen Sonnenschutz sogar mit ein paar Wäscheklammern an den Zweigen befestigen?! Wenn Du nun das Gefühl hast, die grünen Blätter der Pflanze werden zu dunkel wenn Du die weiße Blüte korrekt belichtest, dann helle die Blätter auf. Dies erreichst Du beispielweise mit einem Stück Alufolie, einer Rettungsdecke oder einem Blatt Papier. Probiere, wie Du diese Dinge als Reflektoren einsetzen kannst! Helle damit punktuell die Blätter auf, während die Blüte im Schatten bleibt.

Wenn Du die grünen Pflanzenteile nicht vor Ort aufhellen möchtest oder kannst, ist es auch nicht so schlimm. Während der digitalen Bildbearbeitung ist es auch später noch möglich, die Tiefen aufzuhellen. Das geht besser, als ausgebrannte überbelichtete Stellen nachträglich abzudunkeln. Eine kleine Unterbelichtung ist also besser korrigierbar, als eine Überbelichtung.

5. Fotografiere auf Augenhöhe!

Runter auf die Knie, oder auf den Bauch! Fotografiere die Blumen nicht von oben. Sie wirken platt und reflektieren die Sonne besonders stark. Nimmst Du sie von der Seite auf, entsteht eine interessante Perspektive. Die Blüte wird räumlicher. Vielleicht schimmern sogar die Staubgefäße durch die dünnen Blütenblätter?

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Je nach Deinen Vorrausetzungen kannst Du natürlich auch mehrere Tipps gleichzeitig anwenden, um ein korrekt belichtetes Blümchenfoto zu erhalten. Probiere es doch einfach mal aus!

Hat Dir dieser Artikel weiter geholfen? Empfehle ihn gerne weiter. Ich freue mich auch über Kommentare und Links zu Deinen Bildern von hellen Blüten.

Du möchtest noch mehr Blütenfoto-Tipps, die leicht umzusetzen sind? Hier entlang!

Hier findest Du alle meine Artikel mit Tipps zur Fotografie.

Fototipp: Nutze den Hintergrund bewusst!

Ein häufiger Anfängerfehler: Du bist so mit dem Hauptmotiv beschäftigt, dass Du den Vorder- und den Hintergrund außer acht lässt und gar nicht so richtig wahr nimmst. Manchmal findet man vielleicht auch ein tolles Motiv, aber die Umgebung stört.

Mein Tipp: Spiele mit dem Hintergrund! Baue ihn bewusst als gestaltendes Element ins Bild mit ein!

Das Problem

Ein gutes Beispiel liefert dieses Bild hier. Ich fotografierte die Narzisse in meinem Garten. Hinter der Pflanze befand sich eine dunkle Hecke. Dahinter stand das Auto des Nachbarn. Sein Rücklicht wurde von der Sonne bestrahlt und leuchtete dadurch rot. Ich hätte mich jetzt ärgern können über den unnatürlichen Lichtfleck. Oder ich hätte ihn in der Nachbearbeitung aus dem Bild entfernen können.

Die Lösung

Ich öffnete die Blende (großes „Loch“ gleich kleiner Blendenwert gleich kleiner Schärfebereich) und positionierte mich mit der Kamera so, dass sich der nun entstandene rote Bokehkreis genau hinter der Blüte befand. Die Narzisse wurde nun quasi vom Hintergrund zusätzlich betont. Der Lichtkringel ist mein gestalterisches Mittel, um das Foto interessanter zu machen. Die weit geöffnete Blende lässt das Auto verschwinden. Ohne den Lichtkreis wäre das Bild ein ganz normales Blumenfoto. Schön, aber nichts besonderes.

Probiere es mal aus. Du wirst sehen: Man kann auch in der Fotografie aus der Not eine Tugend machen!

Hier geht es zu einem anderen Fototipp.

 

So findest Du Deinen Fotografie-Stil

Irgendwann fragt sich fast jeder Hobbyfotograf: „Was ist eigentlich mein Stil?“ Ich habe schon viele Diskussionen in Fotografiegruppen darüber gelesen. Es scheint also ein ziemlich wichtiges Thema zu sein.

Möchtest Du auch Deinen Stil finden?

Ich habe mir irgendwann auch die Frage gestellt, ob ich einen Stil habe und wie er denn nun aussieht.

Aber was ist damit eigentlich gemeint?

Ich denke, der eigene Fotografie-Stil ist der Charakter der Bilder. Etwas, dass sie unverwechselbar macht. Wenn man einen Stapel unbeschrifteter Fotos von verschiedenen Fotografen hätte, könnte man die Bilder den jeweiligen Künstlern zuordnen. Es ist ein Stück weit die persönliche Handschrift.

Wozu braucht man ihn?

Ich bin der Meinung, diese Frage ist ein Phänomen der Neuzeit. Früher galt die Fotografie als Handwerk. Individualität hatte keinen so hohen Stellenwert wie heute. Die Qualität musste stimmen. Natürlich gab es auch damals schon Ikonen, die sich abhebten. Heutzutage hat man aber vielfältigere Möglichkeiten mit der digitalen Bildbearbeitung. Das gibt viel Raum für den künstlerischen Aspekt.

Hinzu kommt der Marketing-Singsang diverser Social media- und Fotografiegurus: „Du musst Dich abheben! Du musst Deine Nische finden! Sei unverwechselbar!“

Dritter Grund ist der geradewegs inflationäre Einsatz von Presets. Presets sind Voreinstellungspakete in Lightroom und Photoshop, die einen bestimmten Look ganz schnell auf viele Bilder anwendbar machen. Wenn man sich dann die Fotostreams der Presetnutzer anschaut, ähneln die Bilder sich stark. Sie fallen zum Beispiel durch eine gleiche Tonung auf, haben immer den gleichen Kontrast und so weiter.

Fotografen verkaufen solche Presets gerne und werben damit. Der Stil wird damit zur Handelsware und wird als wichtig angepriesen. Das erhöht den Druck auf Fotografieneulinge. Prima! Das hilft beim verkaufen! Und Zack – schon ist das Produkt im Warenkorb. Man will ja, dass seine Fotos genauso aussehen, wie die vom Idol. Voll individuell. Genauso individuell wie die Fotos der 20.000 anderen Käufer des gleichen Presets. …Merkst Du was? Mit dem Stil lässt sich Geld verdienen. Die Werbung hat den Zweck, Bedürfnisse zu wecken, die man vorher gar nicht kannte.

Ist der Fotografie-Stil also etwas schlechtes?

Nein, natürlich nicht. Im Gegenteil. Ein Stück weit ist es sogar gut, sein eigenes Markenzeichen zu entwickeln. Gerade Berufsfotografen sollten eine eigene Fotografie-Handschrift haben. Deren Kunden möchten verlässlich wissen, wie die zukünftigen Bilder in etwa aussehen werden. Auch für Hobbyfotografen ist es nicht schlecht, einen Wiedererkennungswert zu haben. Schließlich gibt es ja eine große Masse von ihnen. Aber es ist wirklich wichtig, seinen EIGENEN Stil zu verfolgen und nicht einfach einen anderen zu kopieren.

Wie finde ich meinen eigenen Stil?

Vermutlich hast Du ihn schon. Du weißt es nur noch nicht. Deshalb möchte ich Dir ein paar Tipps geben. Sie sollen Dir dabei helfen, Deinen eigenen Stil zu erkennen und zu definieren. Los geht´s!

Tipp 1: Betrachte Deine Werke!

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Suche Dir 8 bis 12 Fotos aus Deinem Archiv aus, die Dir richtig gut gefallen. Schau sie Dir genau an und nimm Dir dabei Zeit. Entweder Du legst Sie Dir in gedruckter Form zurecht, oder Du fasst Sie auf dem Bildschirm zusammen. Wichtig ist, dass Du sie gleichzeitig betrachten kannst. Notiere Dir zu den folgenden Punkten Deine Beobachtungen. Findest Du Ähnlichkeiten?

Was sind Deine Hauptmotive? Hast Du Dir Portraits heraus gesucht, oder Landschaften? Magst Du lieber Blumenmakros, oder Tierfotos? Sind Deine Fotos vielleicht abstrakt, oder fotografierst Du Architektur?

Hast Du Lieblingsfarben und Farbkombinationen, die sich wiederholen? Sind Deine Bilder eher knallig bunt, pastellig oder schwarz-weiß? Magst Du bestimmte Farben überhaupt nicht?

Verfolgst Du einen bestimmten Bildaufbau? Befindet sich das Hauptmotiv eher in der Mitte, oder im goldenen Schnitt? Haben Deine Bilder klar definierte Bereiche? Legst Du beispielsweise Wert auf einen Vordergrund? Oder nimmt der Hintergrund viel Platz ein? Hast Du viel Raum um Deine Hauptmotive, oder beschneidest Du sie stark? Bevorzugst Du Composings?

-Wie kontrastreich und scharf sind Deine Werke? Legst Du viel Wert auf Schärfe, oder ist Dir das nicht so wichtig? Magst Du eher softe Schattierungen, oder hebt sich Dein Hauptmotiv stark vom Hintergrund ab?

Welches Format nutzt Du am meisten? Hoch- oder Querformat? Nutzt Du lieber Panoramen oder das Quadrat? Setzt Du Rahmen ein? Gestaltest Du gerne Collagen?

Was möchtest Du mit Deinen Werken ausdrücken? Bist Du ein Dokumentarfotograf, der wach rütteln möchte? Sind Deine Fotos eher beruhigend? Möchtest Du die Betrachter zum Staunen bringen?

Was gibt es sonst noch für Gemeinsamkeiten? Hast Du vielleicht eine Lieblingsperspektive? Benutzt Du bestimmte Bearbeitungsschritte/Presets/Overlays? Magst Du lieber Offenblende mit softem Bokeh, oder sind Deine Bilder von vorne bis hinten scharf? Sind Deine Bilder perfekt inszeniert, oder retuschierst Du sehr viel?

-Wenn Dir zu den Punkten nichts mehr einfällt, dann lehne Dich noch einmal zurück. Schaue Deine Bilder an und versetze Dich in die Lage eines fremden Betrachters. Was würde er spontan für Gemeinsamkeiten entdecken? Was würde er fühlen, beim Betrachten Deiner Bilder?

Du hast jetzt zu allen acht Punkten Deine Beobachtungen notiert. Nimm nun einen Stift und markiere Dir fünf bis acht Wörter oder Stichpunkte, auf die Du bei Deinen Bildern nicht verzichten möchtest? Was ist Dir besonders wichtig?

Bilde ein bis vier kurze Sätze, die Deine markierten Worte beinhalten. (Beispiel: Ich fotografiere am liebsten Kopfportraits in Polaroidrahmen. Am liebsten mag ich hübsche weibliche Models. Sie müssen perfekt geschminkt sein und ich lege viel Wert auf blasse Farben.)

Hier kannst Du Dir zum Tipp 1 ein kostenloses Worksheet herunterladen.

Tipp 2: Frage Deine Community, wie sie Deinen Stil beschreiben würde!

Sicherlich bist Du bei irgendeiner Fotoplattform oder bei einem Social-Media-Dienst angemeldet. Frage doch Deine Fans einmal, wie sie Deine Fotos beschreiben würden! Welche Gemeinsamkeiten fallen ihnen bei Deinen Bildern auf? Sicherlich helfen sie Dir gerne bei Deiner Suche!

Tipp 3: Schaue Dir die Bilder Deiner Lieblingsfotografen an!

Du kennst bestimmt viele verschiedene Fotografen im world-wide-web. Tendenziell folgt man eher Menschen mit ähnlichen Interessen. Sieh Dir ihre Bilder an! In welchen Bereichen ähneln sie Deinen Fotos? Warum bewunderst Du sie? Vielleicht gelingt es Dir, über diesen Umweg Deinen Stil zu definieren.

Extratipp, wenn Du Deinen Stil bis jetzt noch nicht gefunden hast

Warst Du schon einmal im Wald Pilze suchen? Um welche finden zu können, müssen logischerweise erst einmal welche gewachsen sein. Genauso ist es mit Deinem Fotografie-Stil. Wenn Du ihn noch gar nicht entwickelt hast, kannst Du ihn auch nicht finden. Dir haben meine drei Tipps nicht geholfen? Es kann sein, dass sich Dein persönlicher Stil ganz einfach noch nicht ausgeprägt hat. Ja, richtig! Er prägt sich von ganz alleine aus.

Und wann macht er das?

Wenn Du loslässt. Ich habe lange Zeit keinen eigenen Stil gehabt. Das hat mich geärgert. Ich bewunderte insgeheim die vielen Fotografen, deren Fotos so unverwechselbar waren. Bis ich verstand, dass ich mich einfach noch auf einer langen und spannenden Entdeckungsreise befand. Mit jedem Fotoexperiment und jedem neuen Bearbeitungstrick den ich anwendete und übernahm, entwickelte sich mein Stil. Er kristallisierte sich erst heraus, als ich mir keinen Druck mehr machte und ihn unbedingt finden wollte. Diese Beobachtung teilen im übrigen auch andere Fotografen, die ich auf meiner Facebookseite befragte. Druck und Zwang hemmen Deine Kreativität. Du kopierst vielleicht sogar den Fotografie- Stil von anderen, nur um schneller mit Deiner Suche fertig zu werden. Aber es gibt keine Abkürzung! Habe Spaß an Deinem Hobby. Sei geduldig mit Dir. Probiere Dich aus. Du wirst von ganz alleine Vorlieben entdecken, die Du beibehältst. Aus diesen Gewohnheiten wird sich dann Dein eigener Fotografie-Stil entwickeln. Ganz bestimmt!

Übrigens…

Ich habe 2006 mit dem fotografieren begonnen. Mein Stil hat sich so ungefähr im Jahr 2015 herausgebildet.

Blogparade – Meine besten Fotografie-Tipps

Ich möchte hiermit zu einer Blogparade aufrufen! Diese richtet sich an alle Fotografie-Begeisterten. Gesucht werden Fototipps und -tricks, die Du gerne mit anderen teilen möchtest. Es ist dabei ganz egal, mit welcher Kamera Du fotografierst. Es ist auch völlig schnuppe, ob Du Anfänger oder Profi bist. Es ist ganz gleich, ob Du Blogfotos machst, Makros, Portraits, Architektur oder Deinen Dackel fotografierst!

Wichtig ist, dass Du Tipps für uns hast.

Diese Hinweise können die Fotografie allgemein betreffen, Erfahrungen zu Equipment und Low-Budget beinhalten, oder sich mit der Bildbearbeitung beschäftigen. Vielleicht möchtest Du auch einfach „nur“ Fotografie-Anfänger motivieren, oder bedienst eine interessante Nische? Oder Du hast eine Step-by-Step-Anleitung für die Umsetzung einer interessanten Fotoidee? Möchtest Du uns über Deine größten Anfängerfehler berichten? Prima! Immer her damit!

Wie kannst Du mitmachen?

  1. Schreibe bis zum 01.05.2018 einen Artikel zum Thema „Meine Fotografie-Tipps“ und verlinke diesen Beitrag hier in Deinem Text.
  2. Verlinke Deinen Bericht in einem Kommentar unter meinem Beitrag hier.

Wie geht es weiter?

Ich werde zum Abschluss in einem gesonderten Artikel alle Beiträge verlinken und besonders informative Texte hervorheben.

Ich freue mich sehr auf Deine Fotografie-Tipps und bin schon sehr gespannt darauf!

Ich habe natürlich auch einen Artikel zum Thema geschrieben: Meine besten Fotografie-Tipps.

Diese Blogparade ist beendet. Hier findest Du die Auswertung Teil 1 und Teil 2.

Fototipp #1

Neben meiner Rubrik Evergreens – Bilder mit Bedeutung möchte ich Dir auch in loser Folge Fototipps geben. Das ein oder andere ausführliche Tutorial wird sicherlich auch darunter sein. Ich liebe es, low-budget-Dinge bei meinen Bildern einzusetzen, die meist auch ganz schnell umzusetzen sind. Los gehts…

Fototipp #1 ~natürlicher Filter~

Für das untere Foto der Collage habe ich einfach ein oranges Tuch ganz nah seitlich vor die Linse gehalten – und schwupps – fertig ist die Sonnenuntergangsstimmung völlig ohne Bildbearbeitung, Lightroom-Preset, oder irgendein overlay. Die Fotos sind tatsächlich out of cam. Es macht Spaß mit solchen einfachen Dingen tolle Effekte zu erzielen. Natürlich kann man auch andere Dinge vor die Linse halten – zum Beispiel farbiges Papier.

Du hast den Tipp ausprobiert? Zeige mir gerne Dein Werk oder andere Tricks für tolle Fotos! Ich freue mich darüber!

Fototipp
natürlicher Filter, ganz ohne Bildbearbeitung