Schaust Du noch…

… oder fotografierst Du schon?

In meinem Freundes- und Verwandtenkreis gibt es einige, die zwar eine Spiegelreflexkamera besitzen, sie aber kaum nutzen. Wie ist es bei Dir?

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Einige von ihnen dachten beim Kauf, eine gute Kamera macht von allein auch gute Fotos. Aber kocht ein Koch auch automatisch tolle Gerichte, nur weil er sich hochwertige Töpfe leistet?

Andere knippsen zwar mit ihrer Kamera ganz hübsche dokumentarische Aufnahmen. Sie sind aber mit ihren Ergebnissen unzufrieden, weil sie wichtige Regeln der Fotografie nicht kennen. Begriffe wie Bildaufbau, Bildkomposition und Perspektive sind für sie Fremdwörter. Demzufolge erreichen sie auch nie hochwertigere Fotos.


Wieder andere sind frustriert, weil sie das Zusammenspiel aus Blende, Iso und Belichtungszeit nicht erlernt haben. Sie nutzen nur den Automatik-Modus ihrer Kamera. Irgendwann reicht ihnen das nicht mehr. Es fehlt aber die Zeit oder Lust, sich Wissen über die manuelle Bedienung anzueignen.


Ein Beweggrund kann es auch sein, dass man keine Zeit oder keine Geduld hat, um sich in die digitale Bildbearbeitung einzufuchsen.

Ich möchte dich motivieren!

Was auch immer die Gründe sind – es ist nie zu spät, sich mit der Fotografie auseinanderzusetzen! Auch kleine Schritte und Verbesserungen können Stück für Stück zum Erfolg führen. Deine Bilder werden sicher immer besser!

Ich habe jahrelang nur den Automatikmodus genutzt. Hier kannst Du meine Fotografie-Biografie lesen. Das Fotografieren ist ein Prozess, der langsam vonstatten geht.
Fotografieren ist ein wunderbares Hobby. Es lohnt sich, es zu versuchen und dran zu bleiben!

Übrigens… auch mit dem Smartphone kann man mittlerweile gute Bilder machen, wenn man beispielsweise die Fotoregeln bewusst einsetzt.

Hier auf meinem Blog erhälst Du viele Fotografietipps für Dein Vorhaben. Schau sie Dir gerne an, denn dazu habe ich sie aufgeschrieben. Ich freue mich!

Begrenze Deine Möglichkeiten und werde kreativ!

Manchmal stelle ich mir selbst kleine Fotoaufgaben. Das macht Spaß und weckt die Kreativität. Gestern war mal wieder so ein Tag. Das warme Herbstlicht schien durch die lichter werdenden Bäume. Ich bekam Lust auf einen Gartenrundgang. Ich schnappte mir die Kamera und erlegte mir folgende Limitationen auf: meine Fotos sollten alle mit einem einzigen Objektiv mit Festbrennweite bei Offenblende erstellt werden und ich durfte den Garten nicht verlassen. Ein Zeitlimit gab ich mir nicht, aber meine Challenge sollte nicht all zu lange dauern. Es war schon recht spät und ich musste noch das Abendbrot vorbereiten. Wahllos griff ich in meine Vitrine mit den alten analogen Flohmarktobjektiven. Das Domiplan 2.8 50mm bekam ich zuerst in die Finger.
Mit dem Handy habe ich es Dir mal abgelichtet.

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Es passt natürlich normalerweise nicht an meine Canonkamera, denn es ist ein altes DDR- Objektiv. Ich weiß gar nicht mehr, wieviel es gekostet hat. Mehr als 50 Euro bestimmt nicht. Um es auf meine Kamera schrauben zu können, habe ich mir einen Adapter aus Metall gekauft, den ich einfach zwischen Body und Altglas anbringe. So sieht dieser Ring aus:

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Los ging es! Zuerst viel mir eine Sonnenblume ins Auge. Sie wiegte sich im Wind und ich fotografierte sie gegen das Licht. Sie sollte ihrem Namen alle Ehre machen. Das hübsche kreisförmige Bokeh des Domiplan kommt bei Gegenlichtaufnahmen besonders gut zur Geltung.

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Dann entdeckte ich die Hagebutten. Auch hier durfte das Obi zeigen, was es konnte. Bubbles ohne Ende!

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Doch auch im Schatten zeigten sich die roten Samenstände von ihrer schönsten Seite. Ich rahmte sie grün ein, indem ich durch die belaubten Zweige hindurch fotografierte.

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Dann leuchteten mich zwei Birnen an. Im Hintergrund brach wieder das Sonnenlicht durch einen anderen Baum. Dahingetupfte Bokehkreise schmücken deshalb das Obst.

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Weiter ging es mit dicht stehenden ,verblühten Senf. Ich fokussierte auf eine Pflanze. Der Rest versank dank fehlender Streulichtblende in der Sonne.

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Mein letztes Motiv waren noch einmal Hagebutten. Dieser Strauch besaß besonders viele rote Früchtchen. Ich nahm bewusst zwei Störer im Vordergrund mit ins Bild. Sie rahmen die scharfen Hagebutten ein und lassen das Bild dadurch räumlicher wirken.

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Innerhalb von ungefähr 20 Minuten hatte ich so viele hübsche Motive gefunden. Meine selbst auferlegten Begrenzungen hatten mich umdenken lassen. Ich durfte nicht das Objektiv wechseln und war gezwungen, dass beste daraus zu machen. So konnte ich mich besser auf die Bildgestaltung konzentrieren. Cool oder? Probiere es doch selbst einmal aus, Deine Möglichkeiten bewusst einzuschränken!

Wie gefallen Dir die Fotos? Magst Du solche kleinen Challenges? Hast Du vielleicht sogar Bock auf eine Blogparade, bei der ich uns eine kleine Fotoaufgabe stelle? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

Hier findest Du meine anderen Beiträge mit Fototipps.

Der Wischeffekt

Das A und O eines Fotografen ist seine ruhige Hand. Denn wer will schon verwackelte Fotos! Denkst Du auch so?

Im folgenden Artikel möchte ich Dir beweisen, dass das nicht zwangsläufig auf jedes Bild zutreffen muss.

Meistens beurteilt man die Qualität eines Bildes unter anderem nach seiner Schärfe. Ich selbst bin ein regelrechter Schärfefanatiker. Bilder, die in der 100% Ansicht unscharf sind, werden bei mir sofort aussortiert.

Allerdings ist dies ein ziemlich technisches Kriterium. Fast noch wichtiger ist es, was ein Foto für Stimmungen und Emotionen transportiert. Ein technisch einwandfreies Bild kann ziemlich belanglos sein, wenn es beim Betrachter nichts auslöst. Anders herum kann ein Foto mit offensichtlichen Mängeln eine wichtige Bildaussage haben, die es trotzdem wertvoll macht.
Diesen Sommer habe ich bewusst verwackelte Fotos probiert, um Dir das zu demonstrieren.

Abends am Strand war es aufgrund der einbrechenden Dunkelheit kaum noch möglich, scharfe Landschaftsaufnahmen aufzunehmen. Ich musste die Belichtungszeit so weit verlängern, um das Restlicht zu nutzen, dass meine Bilder ohne Stativ verwackelten. Zudem konnte ich auch keine scharfen Wellen mehr abbilden. Das Wasser bewegte sich schneller, als es die Belichtungszeit zuließ.Trotzdem wollte ich die tolle Lichtstimmung einfangen. Ich belichtete also meine Fotos korrekt, bewegte aber die Kamera während der Auslösung horizontal. Es entstanden Streifen- oder Wischbilder. Die weiche Unschärfe in den Bildern unterstreicht wunderbar die abendliche Ruhe am Abend und die Lichtstimmung blieb trotzdem erhalten.

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Ein anderes Beispiel ist meine Aufnahme von Schilf an einem See am helllichten Tag. Hier benötigt man normalerweise nur kurze Belichtungszeiten. Zu kurz, um einen Wischeffekt zu erzielen. Belichtet man länger, erhält man eine Überbelichtung. Was habe ich gemacht, um trotzdem ein optimal helles Foto zu bekommen? Ich habe die Blende so weit wie möglich geschlossen (die Blendenzahl ist groß). In diesem Fall lag sie bei f/32. Es gelangte damit nur wenig Licht auf den Sensor und ich konnte die Belichtungszeit wieder auf „wischfreundliche“ Länge erhöhen. Um die Gestalt der dünnen und langen Schilfgräser zu unterstreichen, habe ich in diesem Fall die Kamera während der Aufnahme vertikal von unten nach oben geschwenkt.

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Wie gefällt Dir diese künstlerische Art der Fotografie? Findest Du sie ansehlich, oder ist es für Dich nur eine abstrakte, überflüssige Spielerei? Schreibe es mir gerne in die Kommentare!

Wenn Du solche Aufnahmen auch einmal probieren möchtest, habe ich einen Extratipp für Dich: Drücke den Auslöser während Deiner Bewegung. Du erhälst damit gleichmäßigere Wischeffekte, als wenn Du mit Deiner Bewegung erst zeitgleich anfängst, wenn Du den Auslöser betätigst. Viel Spaß!

Hier findest Du meine anderen Beiträge mit Fototipps.

Nimm immer Deine Kamera mit!

Heute habe ich einen kleinen aber elementaren Fototipp für Dich!

Gestern waren wir auf der Festung Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz. Als wir losfuhren hatten wir recht starken Schneeregen und dazu Nebel. Aus diesem Grund wollte ich eigentlich meine Kamera gar nicht mitnehmen. Wir wollten dort ein Abendessen genießen und waren sowieso nicht vorrangig zum Sightseeing aufgebrochen. Mein Partner meinte aber, ich würde mich ärgern, wenn ich die Kamera nicht mitnehmen würde. Also habe ich doch meinen Fotorucksack gepackt. Und was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt. Der Regen ließ nach und wir konnten eine super Aussicht von der Festung genießen! Die Sonne kam zwar nicht hervor, aber wann hat man schon einmal die Möglichkeit Rapsfelder und Nebelwolken gleichzeitig zu sehen?

Daher mein Tipp für Dich:

Nehme immer Deine Kamera mit! Im schlimmsten Fall hast Du sie umsonst getragen. Im besten Fall hast Du ein seltenes oder besonders schönes Motiv ablichten können. Stell Dir mal vor, ich hätte gestern meinen Fotorucksack daheim gelassen! Ich hätte mich unheimlich geärgert!

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Auf dem Foto siehst Du die Friedrichsburg, die Elbe und den Lilienstein.

Wie machst Du das? Nimmst Du immer Deine Kamera mit? Oder nutzt Du im Notfall „nur“ das Handy?

 

Overlays und Texturen selbst erstellen

Wer meine Art der Fotografie schon ein wenig verfolgt, dem wird aufgefallen sein, dass ich meine Bilder gerne verfremde. Ich bin kein Dokumentarfotograf und möchte das auch gar nicht sein. Ich habe auch schon einen Artikel über meine Bildbearbeitung geschrieben: Warum ich meine Bilder gerne stark bearbeite…

Manchmal nutze ich für meine Fotos sogenannte Overlays. Das sind Fotos mit Lichtstimmungen oder besonderen Bokehs und Farben. Diese lege ich mit den Bildbearbeitungsprogrammen „gimp“ oder „Picmonkey“ in einer zweiten Ebene über das Originalbild. So ist es mir möglich, das Ausgangsfoto in eine andere Atmosphäre zu versetzen.

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Man kann diese Texturen und Overlays kaufen und manchmal auch gratis bekommen. Die kostenlosen Produkte haben aber häufig keine gute Qualität, oder man hat keine Lizenz zur Nutzung. Außerdem finde ich es immer besser, „was eigenes“ zu machen.

Ich möchte Dir deshalb in diesem Tutorial erklären, wie auch Du Deine persönlichen Overlays erstellen kannst.

Du benötigst:

• Einen sehr hellen Ort, am besten eine sonnige Stelle im Haus, eine Lampe geht natürlich auch
• Eure betriebsbereite Kamera
• Ein Makroobjektiv oder ein auf etwa 90 mm Brennweite „ausgefahrenes“ Zoomobjektiv
• Reflektierende, glitzernde bunte Folie (z.B. Bonbonpapier, die Verpackung vom Schokoweihnachtsmann- oder Osterhase…) oder bunte Gegenstände, über die Du zusammengeknüllte und wieder ein bisschen glatt gezogene transparente Folie (z.B. von einer Tüte oder die Blumenstraußverpackung) legst – lass Deiner Kreativität freien Lauf!
• Wenn Du eher flächige Farben ohne Glitzerreflektionen möchtest, dann legst Du Dir farbliche, matte Materialien zurecht (z.B. Kataloge, Zeitungen, Servietten, Tücher…)

Jetzt kann es losgehen!

So geht es:

• Ganz wichtig – Autofokus aus! Die Fotos dürfen, nein MÜSSEN unscharf werden.
• Blende weit öffnen, ISO niedrig halten (ich nehme maximal 200, das kommt aber auch sehr auf das Rauschverhalten Deiner Kamera an), kurze Belichtungszeit. Im Zweifelsfall lieber die Belichtungszeit etwas verlängern (verwackeln ist ja in diesem Fall ziemlich egal), aber den ISO-Wert gering halten, um ein Bildrauschen zu verhindern.
• Nun kannst Du, indem Du Dich auf Dein Objekt zu- oder wegbewegst, bzw. die Brennweite Deines Zoomobjektives variierst, einen passenden Bildausschnitt suchen. Nicht immer muss das Bild maximal verschwommen und unscharf sein – z.B. wenn man lieber schöne runde abgegrenzte Bokehkreise erhalten möchte.
Es ist außerdem sinnvoll, bei der Wahl des Bildausschnittes mit Bedacht vorzugehen. Wenn man beispielsweise seine Bilder normalerweise nach der Drittelregel ausrichtet, ist es gut, wenn man dies bei den Texturen auch macht. Das erleichtert das spätere Zusammenfügen Deiner Werke bei der Bildbearbeitung. So kann man zum Beispiel darauf achten, dass sich die Bokehkreise im goldenen Schnitt befinden und nicht in der Mitte. Oder dass sich zwei „Farbbreie“ in der Diagonale des Bildausschnittes treffen usw..
• Manchmal muss man sich oder die Objekte nur ganz wenig bewegen, um völlig verschiedene Bilder zu erhalten. Da hilft nur Ausprobieren!
• Übrigens kann man auch prima Holzmaserungen, Tapeten, Gardinen, den Himmel usw. scharf oder unscharf abfotografieren und als Textur verwenden! Dazu kann man auch ein Objektiv mit kleinerer Brennweite nehmen (z.B. das Kitobjektiv)

Gratis Overlays für Dich!

Dir ist die Tüftelei zu aufwendig, oder Du hast im Moment keine Zeit, Deine eigenen Dateien zu erstellen? Wenn Du trotzdem ein wenig mit Overlays herum experimentieren möchtest, dann klick doch mal auf folgenden Link: gratis Overlays. Dahinter verbergen sich 12 kostenlose Werke für Deine Bildbearbeitung. Wenn Du sie nutzt, freue ich mich über einen Link zu diesem Blogartikel hier. Das ist aber kein Muss.

So sehen die Overlays aus:

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Hier siehst Du ein Beispielbild, in dem ich die Datei aus dem Kästchen links unten verwendet habe:

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Sehr gerne kannst Du den Artikel teilen und mir Links zu Bildern Deiner entstandenen Werke in die Kommentare posten. Ich freue mich. Vielen Dank!

PS: Ich habe ergänzend noch einen Blogbeitrag gefunden, den Du Dir auch anschauen solltest. In diesem Blogbeitrag wird erklärt, wie Du Texturen aus Kies und Mustern erstellen kannst. Zusätzlich gibt es eine kleine Einführung, wie Du Deine Fotos in der Bildbearbeitungssoftware zusammen fügen kannst. Hier ist der Artikel: Texturen in der Fotografie.

Tipps für Makros von Insekten

Eines der häufigsten Motive von Makrofotografen sind Insekten und Spinnentiere. Die kleinen Krabbler und Flieger sind faszinierend. Nahaufnahmen von ihnen erlauben es uns, sie in Ruhe betrachten zu können. Durch die Vergrößerung erkennen wir kleine Details, die uns sonst verborgen bleiben. Durch ihre Schnelligkeit und Winzigkeit ist es eine besondere Herausforderung, eine scharfe Aufnahme von Insekten zu erhalten. Diese Schwierigkeit macht die Makrofotografie umso spannender und reizvoller.

Im Frühling sind Bilder der ersten Bienen an den Frühblühern zurecht ein beliebtes Motiv für jeden Fotografen. Zwei schöne Dinge kommen hier quasi zusammen. Hübsche Blüten und interessante Tiere. Auch mich hält es kaum im Haus, wenn die Saison endlich wieder los geht. Es gibt zwar immer irgend etwas zu fotografieren, aber das Frühjahr und der Sommer haben nach der langen Winterzeit ihren ganz besonderen Zauber!

In meinem Beitrag Wollschweber an Lungenkraut habe ich Dir schon einen ultimativen Ratschlag gegeben, wie Du besonders entspannt zu tollen Makros von Insekten kommst. Falls Du den Artikel noch nicht gelesen hast, hole das bitte unbedingt nach!

Nun möchte ich Dir noch ein paar neue Tipps geben, die Dir helfen, Deine Ausbeute an brauchbaren Makros zu erhöhen:

1. Begib dich auf Augenhöhe!

Wenn Du Insekten auf niedrig wachsenden Blumen fotografieren möchtest, ist es sinnvoll, sie aus ihrer Höhe zu fotografieren, oder Dich zumindest nah nach unten zu bewegen. Lichtest Du Bienen oder Hummeln an blühenden Bäumen und Sträuchern ab, begebe Dich ebenfalls auf den gleichen Blickwinkel wie sie. Du möchtest die Tiere ja möglichst groß abbilden. Außerdem ist diese Perspektive besonders reizvoll, weil sie nicht alltäglich ist. Normalerweise sehen wir ja Blumen meist von oben, weil wir stehen.

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2. Nimm eine kleinere Blende!

Ja kleiner Du die Blende wählst (Merke: Die Blendenzahl muss dann größer werden), desto größer ist der Schärfebereich. Sicherlich möchtest Du möglichst viel des Insekts scharf abbilden. Auch kleinere Verwackler fallen so weniger ins Gewicht. Aber Achtung: Je kleiner Du die Blende wählst, desto dunkler wird Dein Foto, weil weniger Licht auf den Sensor fällt. Du musst also parallel dazu die Belichtungszeit etwas verlängern. Die Kunst dabei ist, das du sie natürlich nicht zu lang wählen darfst. Dein Insekt bewegt sich meist, oder der Wind weht und es kommt zu Bewegungsunschärfe bei zu ausgiebiger Belichtungszeit. Da du Insekten aber in der Regel an hellen Tagen fotografierst, weil dann die Blüten geöffnet sind und besonders viele Tiere unterwegs sind, brauchst du meist keine zu lange Zeit.

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3. Fokussiere auf die Augen!

Ich finde, ein Foto von Tieren wir erst dann als richtig scharf wahrgenommen, wenn der Fokus, also der schärfste Punkt des Bildes, auf den Augen sitzt. Das ist -zugegeben- nicht immer ganz einfach. Gerade bei Makros hilft Dir dann häufig nicht mehr der Autofokus Deiner Kamera. Stelle ihn am besten ab und fokussiere manuell. Entweder Du stellst am Objektivring Dein Bild scharf, oder du bewegst leicht Deinen Körper hin und her, um scharfe Augen zu erwischen. Bei letzterem kannst Du natürlich nicht mit dem Stativ arbeiten. Übrigens: Wenn Du ein Insekt von der Seite fotografierst, befindet sich besonders viel des Tieres im Schärfebereich.

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4. Nutze die Serienbildfunktion!

Du kannst an Deiner Kamera einstellen, ob sie einmal auslösen soll, oder kurz hintereinander mehrmals. Die Ausbeute an scharfen Bildern ist höher, wenn Du das sich schnell bewegende Insekt im minimalen Abstand häufiger fotografierst. Irgendwann wird der kleine Flieger oder Krabbler zufällig in den Schärfebereich gelangen. Ich selbst halte aber von der Methode nicht viel, da man zwangsläufig auch viel Ausschuss produziert.

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Hast Du noch Fragen, oder weitere Tipps? Dann lass es mich wissen!

Du möchtest lieber Blumen und Blüten fotografieren? Dann empfehle ich Dir den Artikel 7 Fototipps für Blütenbilder. Auch lesenswert: Fototipps fürs Schmetterlingshaus.

Automatik oder manueller Modus?

Ich möchte Dir in diesem Beitrag zeigen, dass es sich lohnt, den Automatikmodus Deiner Kamera zu verlassen. Du wirst sehen, dass Du mit manuellen Einstellungen das Ergebnis Deines Fotos viel besser nach Deinen Wünschen gestalten kannst. 

Ich möchte mich weder über die „Automatik-Knipser“ (wie sie in bestimmten Foren gerne genannt werden) lustig machen, noch jemanden belehren. Jeder hat einmal klein angefangen und ich habe selbst sehr lange Zeit nur mit den Automatikprogrammen gearbeitet. Unter bestimmten Umständen (zum Beispiel wenn es schnell gehen muss), nutze ich die Automatik auch heute noch. Warum auch nicht? Dafür ist sie doch da! Die zwei Fotos sollen lediglich demonstrieren, dass es lohnt, sich einmal eingehender mit seiner Kamera zu beschäftigen, da man dadurch die Bilder optimieren kann und sie besser nach seinen Vorstellungen gestalten kann.

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Beide Fotos sind unbearbeitete JPGs. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war es sonnig. Beim oberen Foto hatte ich das Programmrädchen auf „Makro“ gestellt. Die Kamera nahm folgende Einstellungen vor: Blende F/5.6, Belichtungszeit 1/125 Sek., Iso 200. Das Foto ist scharf geworden und sieht ganz gut aus. Durch die Helligkeit wirkt die Distel sehr zart und filigran. Aber: Die Kamera hat die Blüte und die Blätter überbelichtet. In den überstrahlten Bereichen ist keine Zeichnung mehr vorhanden. Zudem wirken die Farben flau. Das untere Foto habe ich gleich im Anschluss im manuellen Modus „M“ gemacht. Ich nahm folgende Einstellungen vor: Blende F/10, Belichtungszeit 1/320 Sek., Iso 100. Auch dieses Foto ist scharf. Die Blende habe ich relativ weit geschlossen, damit möglichst ein großer Bereich der Blüte scharf wird. Die Aufnahme ist aber nicht überbelichtet und hat deutlich kräftigere Farben. Ich habe eine kürzere Belichtungszeit gewählt, weil es windig war und den Iso-Wert so niedrig wie möglich gestellt, um das Rauschen des Bildes zu minimieren.

Ich habe mal den Vergleich von einer Kamera und einem Messer gelesen. Man kann mit einem Messer ein Stück Brot abschneiden, aber auch filigrane Sachen schnitzen. Es kommt immer auf die Hand an, die es führt. Genau so ein Werkzeug ist Deine Kamera. Du kannst sicherlich auch mit der Automatik passable Bilder schießen. Mit der Wahl eigener Einstellungen hast Du aber mehr Möglichkeiten, das Optimum aus Deinen Motiven heraus zu holen. Die Kamera konnte in meinem Foto zum Beispiel nicht wissen, dass es windig ist und eine kurze Belichtungszeit besser ist.

Jetzt bin ich natürlich mega neugierig! Wie ist das bei Dir? Welche Programme nutzt Du am liebsten und warum?

Hier findest Du alle meine bisher erschienenen Fototipps.

28 Tage Content – meine Erfolge

Der Monat Februar ist vorbei. Ich habe wieder am Projekt 28 Tage Content von Anna Livia Koschinski teilgenommen! Mein Ziel war es, täglich mindestens 20 Minuten an meinem Blog zu arbeiten und fünf Artikel zu schrieben. Ich kann vermelden: Ziel erreicht! Es sind sogar 8 Artikel entstanden, die ich Dir hiermit noch einmal ganz besonders ans Herz legen möchte.

Hier sind die Top-Artikel:

Der perfekte Hintergrund für Dein Fotomotiv hat am meisten Besuche erhalten. Darin erfährst Du, wie Du ganz einfach und kostenlos einen schönen Hintergrund für Deine Blog- und Produktfotos erhalten kannst.

Der Artikel Instagram – Beeinflusst es die Fotografie? regte besonders stark zum Diskutieren an. Er erhielt die meisten Kommentare. Darin gehe ich der Frage nach, ob Instagram unsere Art der Fotografie beeinflusst und warum das so ist.

Die meisten Likes erhielt der Beitrag Ist denn schon wieder Herbst?. Ich zeige Dir Bilder einer verwelkten Blüte. Ein Foto entstand mit dem Objektiv eines alten Diaprojektors.

Mein Lieblingspost des Monats Februar ist dieser hier: Die ABC-Methode hilft Dir bei der Themenfindung. Das Schreiben hat mir am meisten Spaß gemacht. Ich teste darin eine Möglichkeit, kreativ zu neuen Foto- und Beitragsideen zu kommen.

Schau Dir gerne (noch einmal) meine Artikel an. Ich freue mich auf Dein Feedback!

Der perfekte Hintergrund für Dein Fotomotiv

Wie Du vielleicht schon gemerkt hast, mag ich leicht umzusetzende Fototipps aus dem Low Budget Bereich. Heute habe ich mal wieder einen kleinen Quicktipp für Deine Fotografie.

Auf dem Beitragsfoto siehst Du das Makro einer Traubenhyazinthe. Und wie ist der Hintergrund entstanden?

Ganz einfach:

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In diesem Making of siehst du, dass ich das Fotomotiv ganz einfach vor den Bildschirm meines Laptops gestellt habe. Im Hintergrund habe ich ein von mir selbst erstelltes Bokeh-Overlay aufgerufen. Das geht natürlich mit allen farbigen Flächen und Mustern, die Du im Internet findest. Wenn sich Dein gewählter Backround nur teilweise und unscharf abzeichnet, sollte es auch keine Probleme mit dem Urheberrecht geben. Der Vorteil: Du kannst ganz gezielt beeinflussen, wie Dein Hintergrund aussehen wird. Beispielsweise kannst Du Deine persönlichen Corporate Design Farben wählen, falls Du einen Blog oder ein Unternehmen hast. Dieser Fototipp eignet sich auch sehr gut für Produktfotos.

Warum der passende Hintergrund für Dein Foto sehr wichtig ist, erfährst Du in meinem Fototipp: Nutze den Hintergrund bewusst! Du möchtest lieber wissen, wie man einen verträumten Vordergrund in ein Bild zaubert? Dann schau Dir diesen Fototipp an.

JPG, RAW und die Bildbearbeitung

Ich habe schon öfter unter Fotos Diskussionen über das Für und Wider von Bildbearbeitung gelesen. Oftmals spalten sich dabei zwei Lager. Die eine Gruppe ist überzeugt von der digitalen Bildbearbeitung, die andere Gruppe lehnt sie ab. Begründet wird die Ablehnung meist damit, dass die Bildbearbeitung ein Foto verfälschen würde und ein Originalbild natürlicher wäre. Größtenteils kommt diese Kritik von Menschen, die sich mit der Bildbearbeitung und ihren Möglichkeiten und Grenzen noch gar nicht richtig auseinander gesetzt haben. Das finde ich immer ein bisschen schade!

Mir liegt dieses Diskussionsthema sehr am Herzen, deshalb möchte ich gerne meine Gedanken dazu formulieren.

Viele Fotografen fotografieren nicht im JP(E)G-Format (dass die meisten Smartphones und Kompaktkameras unterstützen), sondern im RAW-Format. Ich fotografiere gleichzeitig in beiden Formaten. Ich finde es angenehmer, meine Fotos im JPG-Format am heimischen Rechner anzuschauen und nach „gelungen“ und „misslungen“ zu sortieren. Anschließend ENTWICKLE ich aber in 99% der Fälle die dazugehörige RAW-Datei des Bildes weiter zu einem JPG-Bild. Nur ganz selten mache ich eine Ausnahme: Wenn es schnell gehen muss, oder es nicht so sehr auf die Bildqualität ankommt.
Wo wir schon beim ersten Stichwort wären: Ich ENTWICKLE die RAW-Datei. Beim JPG-Format werden die Bildinformationen von ganz allein von der kamerainternen Software zu einem anschaubaren Foto entwickelt. Manche Bildinformationen, die die Kamera als nicht wichtig erachtet, gehen dabei allerdings verloren. In einer RAW-Datei findet diese Entwicklung nicht in der Kamera statt. Die Bildinformationen werden allumfassend von der Kamera gespeichert und die Entwicklung macht der Fotograf dann anschließend am PC. Das ist so in etwa wie wenn man einen Film in der Dunkelkammer belichtet. Man hat also als „RAW-Knipser“ viel mehr eigene Einflussmöglichkeiten, ein Foto auch so zu bearbeiten, wie man die Situation selbst im Moment der Bildentstehung wahrgenommen hat.
Da sind wir beim nächsten Punkt: Ein originales JPG-Bild ist NICHT automatisch natürlicher, als ein bearbeitetes Foto. Dies kann man an meinem Vergleichsfoto sehr gut sehen.

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Oben ist die vollkommen unbearbeitete Originaldatei im JPG-Format. Was ist passiert? Die Kamera führt EINE Belichtung und Bearbeitung durch, die sich in diesem Fall an der Sonne orientiert. Die Sonne ist korrekt belichtet, die dunkleren Bildteile verschwinden im Dunkel. Hätte ich meine Einstellungen an der Kamera so gewählt, dass die Straße korrekt belichtet wird, wäre die Sonne überbelichtet gewesen und der Himmel wäre viel zu hell erschienen. Da eine RAW-Datei viel mehr Bildinformationen beinhaltet als eine JPG-Datei, lässt sich mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung im Nachhinein noch das ein oder andere Detail – in diesem Fall die Straße – optimieren. Das untere Bild und nicht die Originaldatei erscheint also natürlicher, weil es viel besser den menschlichen Sehfähigkeiten entspricht. Die Kamera „sieht“ also quasi anders, als das menschliche Auge.
Ich kann zwar auch ein JPG-Foto noch nachbearbeiten, da in diesem Format aber nicht alle Bildinformationen von der Kamera gespeichert werden, gelingt die Optimierung meist nicht so gut, wie bei der Bearbeitung einer RAW-Datei. Eine vollkommen fehlbelichtete und/oder unscharfe RAW-Datei lässt sich allerdings auch mit allen Mitteln der Bildbearbeitung nicht mehr retten! Deshalb sollte man natürlich versuchen, sein Foto trotz nachträglicher Verbesserungsmöglichkeiten schon während der Aufnahme so gut wie möglich zu machen.
Obwohl ich gerne farbenfrohe Bilder mag, sind meine Fotos auch nicht zwangsweise kräftiger gefärbt, als die Originaldateien. Auch das kann man gut am Vergleichsfoto sehen. Das Orange um die Sonne ist im JPG kräftiger, als in der bearbeiteten Version. Im unteren Bild ist das Farbspektrum natürlich aufgrund der „Nachbelichtung“ höher.

Ich habe Dir die Vor- und Nachteile der einzelnen Bildformate notiert. Sie haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

Vorteile JPEG

  • die kamerainterne Bildkompression und -Bearbeitung macht die Vorarbeit
  • JPEGs benötigen weniger Speicherplatz
  • man kann sie mit vielen Programmen anschauen
  • die Nachbearbeitung geht schneller

Nachteile JPEG

  • die Kamera speichert weniger Bildinformationen und selektiert vor – die Nachbearbeitung hat deshalb seine Grenzen
  • Die Kamera „sieht“ anders, als das menschliche Auge

Vorteile RAW

  • der Fotograf hat durch die umfassend gespeicherten Bildinformationen mehr Möglichkeiten in der Nachbearbeitung, wie zum Beispiel Belichtungskorrektur und Weißabgleich
  • der Fotograf kann seinen eigenen Stil und seine eigene Sichtweise besser herausarbeiten

Nachteile RAW

  • die Speicherdaten sind umfangreicher, ein größerer Speicherplatz wird benötigt
  • RAWs werden von vielen Bildanzeigeprogrammen nicht unterstützt, man benötigt „speziellere“ Software
  • RAWs MUSS man entwickeln und nachbearbeiten. Das kostet Zeit

Fazit

Viele Fotografen fotografieren im RAW-Format. Da die Ansicht dieser Dateien von den meisten Internetanwendungen, Druckanbietern usw. nicht unterstützt wird, ist eine nachträgliche digitale Bildentwicklung und -bearbeitung nicht nur vom Fotografen gewünscht, sondern sogar zwingend notwendig. Im Rahmen der Bildentwicklung wird eine Bildoptimierung angestrebt, bei der die kamerainterne Bearbeitungssoftware nicht mithalten kann. Zudem kann der Fotograf in seine Bildbearbeitung einfliessen lassen, was er subjektiv während der Aufnahme gesehen und/oder empfunden hat.
WIE er seine Fotos bearbeitet, das heißt welchen Stil er hat, was ihm wichtig ist usw. ist dann wieder ein ganz anderes Diskussionsthema und hängt neben seinem Geschmack auch noch von seiner Persönlichkeit, seinem Wissensstand, seiner Hard- und Software und vielen anderen Faktoren ab.

Noch eine abschließende Bemerkung zum Thema „Bild fälschen“ bzw. „Bildmanipulation“: Obwohl ich (noch) kein Photoshop benutze, sondern andere Programme, führe ich bei meinen Fotos manchmal auch eine Retusche durch. Das können zum Beispiel störende Strommasten sein die ich verschwinden lasse, oder Staubkörner und welke Pflanzenteile bei meinen Nahaufnahmen. Ich bin ja kein Dokumentarfotograf – ich darf das

! Über meine Art der Bildbearbeitung habe ich schon einmal einen Artikel geschrieben.

Möchtest Du öfter mal ein vorher-nachher-Foto sehen?

Wie stehst Du zur Bildbearbeitung und welches Format nutzt Du? Gerne kannst Du mir Deine Meinung zum Thema in die Kommentare schreiben, oder Fragen stellen.

PS: Das hier ist übrigens mein 100. Beitrag auf diesem Blog. Juhu!