Hochzeit

Auf dieser Seite kannst du in meinem Hochzeitstagebuch lesen. Der große Tag ist im Sommer 2019 geplant.

Der Beschluss

10.08.2018 Wir saßen wie so häufig auf der Bank vor unserem Haus. Es war ein sehr warmer Freitagabend. „Wie wäre es, wenn wir heiraten?“ fragte er. „Meinst Du das ernst“, meinte ich. Wir hatten schon manchmal darüber geredet, dass wir das irgendwann einmal machen wollen. Es waren aber bisher eher vage Gespräche. Ich freute mich. Wir kannten uns schon 7 Jahre und passten gut zusammen. Warum sollten wir diesen Schritt nicht endlich tun? Wir überlegten, welche Hochzeitsform für uns passend wäre. Die Gästezahl sollte etwas großzügiger gewählt werden. Das bringt Stimmung und schont den Geldbeutel. Dafür wollten wir den Polterabend wegfallen lassen. Ein zweites Event, was man planen und bezahlen müsste, würde somit wegfallen.

Der Antrag war somit weniger spektakulär. Das machte aber nichts. Er passte zu uns. Wir mögen es unkompliziert. Romantik macht mich sowieso immer unglaublich verlegen.

Die darauf folgende Woche war gefüllt mit Alltag und Arbeit. Ich sprach das Thema Hochzeit nicht mehr an. Irgendwie hatte ich immer noch das Gefühl, es war von Frank nur so dahin gesagt gewesen. Er sollte den nächsten Schritt tun! Gleichzeitig kreisten meine Gedanken natürlich heftig um das Thema. Ich stellte mir eine Herbsthochzeit vor. Da gab es so schöne bunte natürliche Deko. Dahlien, Kastanien, Herbstlaub… und genügend Zeit zum Abnehmen!

Die Gästeliste

17.08.2018 „Hast Du schon eine Gästeliste gemacht?“ Da war er, der nächste Schritt. Er hatte es vor einer Woche wirklich, wirklich, wirklich ehrlich gemeint! Mein Herz hüpfte. „Nein. Aber das können wir gerne machen.“ Ich zückte mein Handy und wir zählten in der Memofunktion unsere Gäste. 100 Personen. Wow! Wo sollen die alle Platz haben?

Die Location

Die Suche nach einer Location gestaltete sich etwas schwieriger. Unser bevorzugtes Stammrestaurant war zu klein. Viele Orte vielen aufgrund der Gästezahl weg. Ich schaute im Internet nach Gaststätten mit Sälen. Wir wollten auch das Catering vom gleichen Betreiber und Übernachtungsmöglichkeiten für unsere Gäste. Und bezahlbar sollte es auch noch sein. Wie gesagt: Wir mögen es unkompliziert. Also kamen nur Hotels oder Pensionen in Frage. Plötzlich hatte ich eine Eingebung. In einem der Nachbardörfer gab es so eine eierlegende Wollmilchsau. Wir gingen eines Sonntags Abend zum Essentesten dort hin. Es schmeckte. Prima!
Mein Herbsttermin gefiel meinem Partner leider weniger. Die Herbstferien 2019 sind spät. Was, wenn es schneit? Er favorisierte den Sommer. Na gut. Überredet!

Ein Termin zur Besichtigung des Festsaales war schnell vereinbart.
Jetzt ging sie richtig los, unsere Planung! Als wir den Saal zum ersten Mal sahen, krippelte es im Bauch. Irgendwie war alles immer noch so unwirklich. Als die Wirtin uns den Weg zum Feiersaal zeigte und erzählte, wie die Brautpaare hier immer hochschritten, war ich sehr gerührt. Ein Termin im Sommer war auch noch frei. Bingo! Wir sagten zu. Die Locationsuche konnten wir schneller als gedacht von der To do – Liste streichen.

Die Save the Date Karten

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Ich habe festgestellt, dass man, sobald man einen Punkt von der großen Checkliste abgearbeitet hat, sofort wieder hibbelg wird. Der Feiersaal war gebucht. Die Save the Date Karten mussten her! Hast Du schon einmal nach derlei Einladungen gegoogelt? Dann wirst auch Du gemerkt haben, dass man mit Angeboten schier überhäuft wird. Und die Karten von der Stange sind nicht einmal schlecht! Es gibt echt schöne Designs!
Da ich hobbymäßig fotografiere, kamen natürlich diese Angebote für mich nicht in Frage. Eine eigene Kartengestaltung musste her! Und als i-Tüpfelchen: das eigene Hochzeitslogo! Das schöne an Hochzeiten ist, dass die Bräuche sich zwar ähneln, aber jedes Brautpaar andere Schwerpunkte legt. Dem einen ist die Location sehr wichtig, andere legen viel Wert auf einen guten DJ. Wieder andere servieren ihren Gästen eine Wahnsinnshochzeitstorte. Ich wollte – neben all den anderen wichtigen Dingen – ein Hochzeitslogo! Mit dem Onlineprogramm „picmonkey“ und ein paar gratis Vektorgrafiken von pixabay gelang es mir recht zügig, ein Logo zu erstellen.

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Unser Hochzeitslogo

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Häufig sind Hochzeitslogos rund. Dies hier war deshalb auch eine mögliche Variante. Wir entschlossen uns aber für Logo 1.

Ein schickes selbst fotografiertes Foto hatte ich auch im Fundus. Der blaue Rahmen ist die Originalfarbe des Lieblingstraktors meines Partners. So standen auch gleich unsere Hochzeitsfarben fest: ein warmes Rot und das Blau. Zusammen mit einem Gelb-beige der Weizenähren.
Der Schriftzug Save the Date, der so oft genutzt wird, gefiel uns gar nicht. Da unser Lieblingsreiseland Dänemark ist, orientieren wir uns an dem dort üblichen „Macht ein Kreuzchen im Kalender“.

Wer sollte nun mein Kunstwerk drucken? Ich wollte, um Porto zu sparen, echte Postkarten. Zudem sollte hinten drauf ein Einladungstext stehen. Gar nicht so einfach, eine passende Druckerei zu finden! Meine Wahl fiel auf moo. Firmensitz ist London, deshalb belief sich die Lieferzeit auf eine Woche.
Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Es überwiegte aber klar die Vorfreude auf die Post. Noch war es unser kleines Geheimnis. Keiner wusste davon. Das gefiel mir.
Die Karten waren genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Dick, glänzend und farblich genau wie am PC. Perfekt! Für 25 Karten hatte ich 26,95 Euro bezahlt. Ein fairer Preis für diese Qualität!

19.09.2018 Die nächste Hürde: im Zeitalter von Whattsapp und Facebook hatten wir von vielen alten Freunden gar nicht mehr die Adressen. Somit konnte ich die Karten gar nicht auf Anhieb verschicken. Da half nur Google maps oder nachfragen.

22.09.2018 Die ersten Nachrichten und Telefonate! Unsere Save the Date Postkarten waren angekommen. Alle freuten sich. Volltreffer! Ich war auch ganz aus dem Häuschen. Ab jetzt gab es wirklich kein zurück mehr. Das fühlte sich komisch an!

Der Fotograf

23.09. 2018 – 02.10.2018 Als Hobbyfotografin hat man so seine Ansprüche! Ich schrieb eine Fotografin an, deren Facebookseite ich schon lange verfolgte. Ihre Hochzeitsreportagen gefielen mir immer sehr. Ihr feines Gespür für Fotografie setzte sich leider nicht in ihrer Preisbildung fort. Ich meine damit nicht nur, dass sie für ihre Dienste meinen Monatslohn beanspruchte. Ich weiß, das das sortieren der Bilder und die Nachbearbeitung sehr viel Zeit kosten und bin daher nicht knausrig. Sie schickte mir eine PDF , die wie ein Fahrplan anmutete. Sie bot zig verschiedene Preispakete an. Nach einer Weile hatte ich zwar ihr Prinzip begriffen, aber die Lust sie zu buchen war verschwunden. In einem Metier, wo es so viel um Gefühle ging, törnten mich ihre analytischen Preistabellen total ab.

Also suchte ich über Facebook weiter und schrieb noch drei andere Fotografinnen an, die ich alle über Facebook entdeckte. Ich verglich die verschiedenen Preis-Leistungsverhältnisse, besah ihre bisherigen Werke und glich meine Vorstellungen mit denen meines Partners ab. Uff!

Eine der drei Fotografinnen fiel raus, weil sie zu teuer war. Die Fotografin, deren Stil mir am wenigsten zusagte (obwohl auch sie ihr Handwerk verstand), war dafür die preiswerteste. Wir entschieden uns dann für die Dritte im Bunde. Schöner Fotostil und preislich im Mittelfeld. Irgendwann muss man ja mal Nägel mit Köpfen machen!

Die Fotos sind in meinen Augen eine wunderschöne Erinnerung und man sollte die Wahl des Hochzeitsfotografen nicht halbherzig fällen. Wir trafen uns mit ihr für den Vertrag persönlich und stellten fest, dass auch die Chemie zwischen uns stimmte. Ebenfalls ein nicht unwesentlicher Punkt – wenn nicht sogar der wichtigste.

Das Standesamt

Den Termin auf dem Standesamt in Löbau konnte man vorreservieren. Ich ging dazu einfach einmal nach der Arbeit hin und mir nichts-Dir nichts war das gemacht. Die Eheschließung darf man erst 6 Monate vor dem eigentlichen Termin anzeigen. Das ist deutschlandweit so. Deshalb die Reservierung. Sonst kann man ja ganz schlecht planen!

Verlangt wird zur Anmeldung der Eheschließung ein Auszug aus dem Geburtenregister vom Geburtsort der beiden Partner. Das habe ich ebenfalls gleich persönlich erledigt. Kostenpunkt: 10 Euro.

Hochzeitswahnsinn und Kommerz

19.10.2018 Die letzte Woche hatte ich Urlaub. Zeit, mich mit Hochzeitsmagazinen einzudecken und mich diversen Facebookgruppen zum Thema anzuschließen. Es gibt doch nichts schöneres, als sich gemütlich inspirieren zu lassen! Ich habe festgestellt, dass so eine Hochzeit eine schier unerschöpfliche Fülle für Ideen bietet. Jeder scheint seinen Gewinn mit spentablen Brautpaaren machen zu wollen. Da werden Preise verlangt und Dienstleistungen angeboten, dass einem schwindelig wird. Angefangen von Tauben über Fotobooth, Sängerinnen, Luftballons… bis hin zum Feuerwerk und Zauberer. Nut einen Tag lang zu feiern ist dazu eindeutig zu kurz.

Am schlimmsten sind aber die Bräute selbst. In den Facebook-Gruppen wird mit Fotos der Eheringe geprahlt – Natürlich mit Preisangabe! Es wird sich übertroffen mit der Bastelei wahrer Einladungskarten-Meisterwerke. Es werden stolz Fotos präsentiert von Candy Bars und Salty Bars. Für die Gestaltung einer Begrüßungstafel werden extra Kalligrafiekurse besucht und es werden die Buchstaben LOVE mühevoll mit der Laubsäge aus dem eigens für diesen Anlass gefällten Baum gesägt. Jawohl! Das ist voll wichtig! Von diesem dekorativen Element (was natürlich noch mit LEDS illuminiert wird und einen trendy schimmernden Kupferanstrich bekommt), hängt nämlich der Erfolg der Ehe ab. Keine Frage! Zudem wird sich daran bestimmt jeder Gast erinnern. Genauso wie an die Highheelsgarage und die eigens für diesen Tag angefertigten Freudentränentaschentücher, in die man beim Anblick der kitschig garnierten Dekofesttafel rotzen musste. Und wenn Onkel Erwin die Getränkepauschale voll auskostet, einen Filmriss bekommt und sich an gar nichts mehr erinnert? Macht nichts! Schließlich hat ja der Videograf eine Hochzeitsreportage vom Anziehen des hautfarbenen Quetscherschlüpfers der Braut, bis zum müden unter den Tisch plumpsen des Bräutigams aufgenommen!

Was möchte ich mit diesem -zugegeben etwas überspitzten Kursivtext- sagen?

Man kann es auch übertreiben!

Auch ich lasse mich gerne zum Thema Hochzeit im Internet inspirieren. Es macht Spaß und steigert die Vorfreude. Ich muss auch keine Low Budget Hochzeit haben. Schließlich ist dieser Tag einmalig und sollte gebührend gefeiert werden. Man darf es auch mal krachen lassen und sich verwöhnen lassen! sicherlich werde ich auch ein paar Dinge zur Deko selber basteln. Aber ich denke, man sollte sich einfach zwischendurch mal zurücklehnen und sein Tun hinterfragen.

Schaukeln wir uns hoch? Müssen wir jeden Trend mitmachen? Gefällt uns eine Boho-, Vintage oder Greeneryhochzeit wirklich? Brauchen wir wirklich Eukalytus im Brautstrauss, wie viele andere? Fühlen wir uns vom Hochzeitstrubel und Kommerz unter Druck gesetzt? Sind das noch wir? Oder dekorieren wir unser Fest so, weil es alle so machen? Brauchen wir wirklich so viele Programmpunkte und Highlights auf unserer Hochzeit?

Ich schreibe ganz bewusst von „wir“ und „uns“, weil ich häufig den Eindruck gewinne, der Bräutigam wird bei den Planungen kaum mit einbezogen. Wie ist es sonst zu erklären, dass Beerentöne, Glitzer und rosa ganz häufig bei der Deko zu sehen ist?

Heiraten wir, um zu feiern? Oder heiraten wir, weil wir uns lieben?

Ein wenig Besinnung auf den eigentlichen Grund unserer Hochzeit täte manchen von uns gut! Man muss nicht den gesamten Hochzeitstag minutiös durchstylen. Wo bleibt denn da die Überraschung und die Zeit, sich mit seinen Gästen zu unterhalten? Kann man seine Feier wirklich genießen, wenn man nebenbei im Hinterkopf ständig die Abfolge seines perfekten Tages im Kopf hat und die Programmpunkte koordinieren muss?

Und man sollte sich immer wieder fragen, ob man etwas tut oder plant, weil es einem wirklich gefällt, oder weil einem von anderen Bräuten und der Werbeindustrie vorgegaukelt wird, dass es unverzichtbar ist.

Ich habe zum Thema auch eine interessante Doku gefunden. Darin werden ein paar Beispiele für Werbung und Abzocke rund um die Hochzeitsindustrie aufgedeckt.

Der DJ

November 2018 Ohne Musik kommt wohl kaum eine größere Hochzeit aus. Die musikalische Umrahmung nimmt daher einen hohen Stellenwert bei einem Fest ein. Sie bestimmt maßgeblich die Stimmung und damit den Erfolg einer Feier. Klar, dass man sich deswegen auch zeitig um einen DJ oder eine Band kümmern muss. Dieser Planungspunkt ist also auch wieder sehr wichtig! Die Suche nach einem DJ gestaltete sich gar nicht so einfach. Es gibt ein hilfreiches DJ-Such-Portal (Weltklassejungs), wo man schauen kann. Diese Seite gibt zwar einen interssanten Überblick, es sind dort aber keinesfalls alle DJs eingetragen. Eine Suche über Google zeigte dann passendere regionale Angebote. Ich schrieb einen DJ aus dem Nachbarort an. Er antwortete extrem kurz und bündig in einem Halbsatz. Hmm. Komisch. Wenn ich eine Dienstleistung im Unterhaltungssektor anbiete, sollte ich doch wenigstens kommunizieren können, oder? Na dann halt nicht! Über Beziehungen und ein paar Ecken nahm mein Partner schließlich Kontakt zu einem anderen Diskjockey auf. Mit ihm klappte die Kommunikation schon besser. DJ-Suche erledigt!

Erster Besuch im Brautgeschäft

Dezember 2018 Wohl eines der wichtigsten Tätigkeiten während der Hochzeitsvorbereitungen ist der Brautkleidkauf. Da ich eine „Pummelfee“ bin, wurde es mir regelrecht schlecht, wenn ich an diesen Akt dachte. Würde es überhaupt Kleider in meiner Größe geben? Wie würde ich darin aussehen? Meine liebe Trauzeugin drängte mich dann irgendwann doch sanft dazu, einen Termin in einem Geschäft für Brautmoden zu machen.

Wir besuchten einen Outlet in Bautzen und ich war mächtig aufgeregt. In meiner Größe gab es tatsächlich ein paar Modelle und so zog ich ungefähr sieben Kleider an. Das dauerte zwei Stunden, denn wir probierten ausgiebig auch noch Schleier, Brautgürtel, Boleros und so weiter. Leider hatten die Hochzeitskleider fast alle den gleichen Schnitt. Es gab nicht ein Kleid mit halblangen Ärmeln, wie ich es mir wünschte. Im Endeffekt gingen wir unverrichteter Dinge wieder aus dem Laden raus. Es war aber trotzdem ein positives Erlebnis. Die Verkäuferin war sehr geduldig und ich habe die Angst verloren, dass es keine Brautkleider in meiner Größe gibt.

Das Gewinnspiel

Ende Dezember 2018 Suphani vom Blog Mrs Bridal veranstaltete ein Gewinnspiel. Ich folge Ihrem Hochzeitsblog schon länger, da sie unter anderem kreative DIY-Anleitungen für den großen Tag vorstellt. Zu gewinnen gab es Manschettenknöpfe aus Holz von We love laser. Darin eingraviert: Die Aufschrift „Brautpapa“. Nun bin ich eigentlich nicht der Freund von derlei Aufdrucken. Ich kann es beispielsweise auch nicht verstehen, wie man sich „Enkeltaxi“ oder die Namen der Kinder aufs Auto kleben kann. Da mein Vati aber in letzter Zeit ganz schön vergesslich wird, fand ich es eine super Idee, ihn daran zu erinnern, dass er bald zu unserer Hochzeit eingeladen ist. Und siehe da: Ich gewann die Manschettenknöpfe.  Das hat mich echt gefreut! Ich habe sie zwischen ein paar dänische Strandsteine gelegt, um sie zu fotografieren:

Manschettenknöpfe logoskBrautpapa

Das Standesamt Termin 2

Januar 2019 Dieses Jahr werden wir also heiraten. Da ist der Neujahrsblues, der mich in jedem Januar befällt, gleich viel weniger stark.

Endlich konnten wir auch unseren reservierten Termin auf dem Standesamt in Löbau „klar machen“. Das geht ja erst sechs Monate vorher. Wir benötigten dazu unsere Personalausweise und ich, da ich nicht in Löbau geboren bin, einen Auszug aus dem Geburtenregister. Der Besuch dort dauerte eine knappe halbe Stunde und heizte die Vorfreude erneut an. Die nette Standesbeamtin klärte die Formalitäten und weihte uns in den Ablauf der Eheschließung ein. Drei Lieder sollen wir für den Amtsakt mitbringen. Hmm. Mal sehen. Vorerst viel uns nur „Highway to hell“ ein ;-).

Die erste Hochzeitsmesse

Februar 2019 Nachdem wir im Januar nicht zur großen Messe in Dresden waren, weil mein Partner kränkelte, fuhren wir Mitte Februar in ein großes Möbelhaus nach Görlitz zu einer Hochzeitsmesse. Nun ja. Was soll ich schreiben? Es war ein Reinfall! Wir hatten den Eindruck, man hatte lieblos ein paar Hochzeitsdienstleister eingeladen, um Besucher ins Möbelhaus zu ziehen. Es gab eine kleine Modenschau mit sechs Brautpaaren, eine Floristin, eine Location, ein Friseur und drei oder vier Juweliere. Die Schmuckverkäuferinnen saßen alle gelangweilt hinter ihren Auslagen. Sie strahlten aus: „Sprich mich nicht an!“. Ein Juwelier beriet Ewigkeiten ein anderes Paar, ohne uns eines Blickes zu würdigen. Einziger Lichtblick: Eine sehr nette Polin, die uns gleich ansprach und wirklich zauberhafte Kleider ausgestellt hatte. Ansonsten: kein Konditor, kein Fotograf – nichts! Nach circa 20 Minuten fuhren wir wieder enttäuscht davon.

Die Hochzeitseinladungen

Wenn man nach der sogenannten Hochzeitspapeterie googelt, bekommt man Angebote ohne Ende! Es gibt unzählige Anbieter von Hochzeitskarten. Meist werden zusätzlich noch Sets mit passenden Menükarten, Kirchenheften, Tischkarten usw. angeboten. Die Designs sind oftmals sehr ansprechend und mit viel Liebe zum Detail designt. Wenn man sich nicht für seine Hochzeitseinladungen entscheiden kann, liegt es also keinesfalls am mangelnden Angebot, sondern eher an der großen Auswahl!

Wer allerdings ein wenig Wert auf Individualität legt, kommt bei den einschlägigen Angeboten schnell an seine Grenzen. Die Einladungen aller Hersteller sind zwar personalisierbar, aber für mich sind diese Möglichkeiten ungenügend. Man kann den Text und die Fotos ändern, manchmal noch die Schriftart. Das war es dann aber schon! Was also tun, wenn man schon ein eigenes Logo hat, eigene Farben und eigene Schriften? Richtig – selbst designen! Ich bin über einige Anbieter gestolpert, bei denen man Blankos gestalten konnte. Man gestaltet also seine Datei komplett alleine und wählt dann nur noch das Format und die Papiersorte aus. Das Problem: Ich hatte nicht genügend Zeit dafür und ich mag es unkompliziert! Also entschied ich mich für eine halbselbstständige Variante. Ich entdeckte die Kartendruckererei Carinokarten. Dort gibt es zwei Möglichkeiten, ein vorgegebenes Kartendesign zu individualisieren. Der „normale“ Modus lässt wie bei den anderen Herstellern nur kleinere Text-, Foto-, und Schriftartenänderungen zu. Der Gestaltungsmodus allerdings, lässt den Kunden viel umfangreichere Möglichkeiten der Anpassung. Der Vorteil: Man wählt das Format und bekommt quasi eine Vorlage, die man kreativ verändern kann. Trotzdem hat man sozusagen einen Leitfaden. Man weis zum Beispiel gleich, welche Texteinhalte auf welche Seite gehören. Trotz der komplexen Möglichkeiten ist der Gestaltungsmodus einfach zu bedienen. Zweiter Vorteil: Es war der einzige Anbieter der meine zwei Schriftarten in seinen Vorlagen hatte. Ich konnte also gar keine andere Firma wählen!

Das designen „unserer“ Karten war knifflig, aber es hat mir auch großen Spaß gemacht. Es gab ein paar Stolpersteine zu überwinden. „Unsere“ Farben waren nicht in den Vorlagen vorhanden. Ich wandelte meine HEX-Farbwerte mit einem Farbumrechner zwar in das druckfähige Format CMYK um, aber irgendwie erschienen die Farben viel dunkler. Also erstellte ich für fast alle Seiten der Einladung dann doch eigene Dateien. Nur die Innenseiten mit den Texten gestaltete ich direkt über das Programm von Carinokarten. Hier könnte der Anbieter nachbessern, indem man im Editor die Farbwahl noch indvidueller gestaltet. Auch das Eingabefenster für den Text ist winzig klein.

Hier sind die Karten:

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Die Uhr auf der Rückseite ist übrigens auch eine Eigenkreation, für die ich schon viel Lob bekommen habe. Ich wollte nicht die übliche Timeline, wie sie überall zu finden ist.

Ich hatte mir bei Carinokarten mit einem Gutscheincode eine kostenlose Musterkarte bestellt, um wirklich alles noch einmal überprüfen zu können. Die Lieferzeiten sind mit 2-3 Werktagen echt kurz. Für 30 Karten habe ich insgesamt 124,87 Euro bezahlt. Das macht rund 4,16 Euro pro Karte. Der Preis spielt also schon in der Oberliga mit. Zumal die Einladungen ja ziemlich schlicht sind. Ohne Gold, ohne Prägung, ohne Einleger und anderen Raffinessen. Ein wenig geärgert hat mich das kleine Logo von Carinokarten, was auf jede Rückseite gedruckt ist. Das Entfernen hätte uns zusätzlich 12,45 Euro gekostet. Irgendwie sehe ich das nicht richtig ein, zumal ja vom ursprüngliche Design nicht mehr viel übrig geblieben ist. Warum ziert verschandelt jetzt ein fremdes Logo mein „geistiges Eigentum“?

Zweiter Besuch im Brautladen

Am letzten Tag im Februar nahm ich noch einmal das Projekt „Brautkleidkauf“ in Angriff. Diesmal begleiteten mich mein Sohn und die zukünftige Schwiegermutter. Nachdem ich im Dezember im Outlet war, besuchten wir diesmal ein „richtiges“ Geschäft für Festtagsmoden. Und was soll ich sagen? ICH HABE EIN BRAUTKLEID!

Ich probierte vier Modelle an. Alle vier Kleider wirkten hochwertiger als im Outlet und waren mittels Schnürung zu schließen. Die Roben im Outlet hatten alle einen Reißverschluss. Wenn man den Vergleich hat, merkt man also schon den Unterschied zwischen Discount und Fachgeschäft. Die Beratung war entspannt und ließ keine Wünsche übrig. Mein Kleid wird jetzt noch eine Nummer größer bestellt. Es hat die Farbe ivory und zauberhafte Details mit dezenten Perlen und Pailetten. Ich bin ganz verliebt und sehr froh, dass ich MEIN Kleid gefunden habe. Ehrlich gesagt, hatte ich Schiss in meiner Größe nichts zu bekommen. Gestern lief ich deshalb den ganzen Nachmittag mit einem Dauergrinsen herum :-).

Ich muss allerdings sagen, dass die Auswahl schon ziemlich beschränkt war. Es gab nicht ein einziges Kleid mit Ärmeln. Weder damals im Outlet (was mit einem Vorrat von 3000 Kleidern wirbt), noch im Fachgeschäft. Wenn man bestimmte Vorstellungen hat, muss man wahrscheinlich raus aus der Provinz. Deshalb musste ich ein Bolero zusätzlich erwerben. So kann man als Brautgeschäft natürlich sehr einfach zusätzlich Geld verdienen!

Die Torte

März 2019 Ich muss gestehen, mir war die Hochzeitstorte aus Sicht des Gastes bis jetzt total unwichtig. Ich kann mich auch kaum noch an die Kalorienbomben der Eheschließungen denen ich beiwohnen durfte erinnern. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich eigentlich viel lieber was herzhaftes esse.

Wenn man sich im Internet für seine Hochzeit inspirieren lässt, stolpert man früher oder später über wahre Konditorenkunstwerke! Und zack, löst das in einem das „Will-ich-haben-Denken“ aus. Es stand für mich schon früh fest, dass ich eine mehrgeschossige gestapelte Torte (also ohne sichtbare Etagere) haben wollte. Ich schreibe bewust von „ich“, weil sich mein Partner irgendwie nicht für die süßen Leckereien interessierte. Aus diesem Grund lag es auch an mir, einen geeigneten Konditor für meinen Wunsch zu finden. Das war gar nicht so leicht. Das Problem war, dass man sich schlecht ein Bild machen kann, wenn die lieben Bäcker keine Beispielfotos machen! Irgendwie habe ich das Gefühl, die heimischen Dienstleister haben entweder so volle Auftagsbücher, dass sie Werbung ganz einfach nicht nötig haben, oder sie verschlafen das Internetzeitalter (Internet? Neumodischer Kram! Das setzt sich nie durch!). Wenn man junge Menschen als Zielgruppe hat, darf man heutzutage ruhig ein wenig Social Media Marketing betreiben. Und was spricht denn dagegen, schnell mal ein Foto von einer fertigen Torte zu machen und dieses Foto bei Facebook und Instagram, oder auf seiner Webseite hochzuladen? Das ist kostenlose Werbung!

Ausnahmen bestätigen zum Glück die Regel und so entdeckte ich die Facebookseite von einer Konditorei in der Nähe. Mitte März hatten wir das Vorgespräch. Ich hatte mittlerweile sehr genaue Vorstellungen von unserer Torte. Die Tortenfiguren (neudeutsch „Caketopper“) hatte ich schon im Dezember gekauft. Frank war mittlerweile auch interessiert. Das Gespräch verlief sehr nett und produktiv. Sogar kosten durften wir. Die Konditorin beriet uns super und entwickelte unsere Ideen weiter. Unsere Liebe zum Meer und zu Dänemark spiegelt sich in der Torte wieder und unsere Hochzeitsfarben sind natürlich auch berücksichtigt. Mehr wird nicht verraten. Die Vorfreude auf „unsere“ Torte ist jedenfalls riesengroß. Ein Highlight!

Der Anzug und das Hemd

Mein lieber zukünftiger Ehemann ist recht kräftig. Beim Hochzeitsausstatter wo ich mein Kleid gekauft habe, wurden wir in Sachen „Anzug“ nicht fündig.

Zum Glück gibt es das Internet! Dort war es überhaupt kein Problem einen Anzug und ein Hemd in der richtigen Größe zu finden. Und das auch noch zu einem sehr moderaten Preis. Schade, dass wir mal wieder den regionalen Einzelhandel aus Mangel an Angeboten nicht unterstützen konnten!

Die Schuhe

Im März begab ich mich auf Brautschuhsuche. Meine Wünsche: ivoryfarben (das dreckige weiß), kleiner Absatz, Pumps. Ich besuchte 5 Schuhläden in Bautzen. 2 Filialen größerer Ketten und drei Privatläden. Ich wurde nicht fündig. Antworten, die ich zu hören bekam: „Da haben sie aber sehr spezielle Wünsche!“ „Nein, aber vielleicht bekommen wir im Mai wieder welche. Ich kann aber nichts versprechen!“ Und „Nein, aber wir haben welche in rot.“ Danke! Wirklich!
Also habe ich -oh Wunder- wieder beim großen Versandhaus mit A bestellt. Ich fand 4 Paar, die ich mir liefern ließ. Ergebnis: ein Paar richtige Brautschuhe und ein Paar „Notbalerinas“. Den Rest schaffte ich wieder zur Post. Der Einzelhandel wollte mal wieder mein Geld nicht…

Die Manschettenknöpfe

Frank wird ein schickes ivoryfarbenes Hemd tragen und brauchte Manschettenknöpfe! Auch dabei sollte Dänemark eine Rolle spielen. Bei „etsy“ wurden wir fündig. Wir bestellten die Knöpfe bei einer spanischen Herstellerin. Die Lieferzeit war sehr kurz und wir sind sehr zufrieden mit den hübschen Accessoires! Ein Foto davon wird es vorerst nicht geben. Da einige Gäste hier mitlesen, möchte ich nicht zuviel verraten.

Die Ringe

Unsere Liebe zu Dänemark sollte sich auch in unseren Eheringen widerspiegeln. Zudem wollten wir nicht all zu viel Geld dafür ausgeben. Unsere Wahl viel auf einen Anbieter aus Kanada, der Ringe aus Münzen herstellt. Unser Schmuck wurde also aus dänischen Kronen hergestellt. Ich habe sie anschließend in den Flitterwochen fotografiert.

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der Junggesellinnenabschied

Anfang Juli kam ich ahnungslos von der Arbeit, als ich schon von weitem zwei Luftballons an unserer Haustür hängen sah. Dazu ein Schild „surprise“ mit Werbung vom Deutschen Roten Kreuz mit einer Einladungzur Blutspende. Ich las mir den Zettel gar nicht durch. Ich dachte nur so bei mir, dass das ein schöner Werbegag ist und ließ die Ballons mit dem Schild erst einmal hängen. Ein wenig später fragte ich mich dann doch, wann der Termin genau stattfindet und las mir den Zettel genauer durch. „Badesachen mitbringen“ stand darauf. Hä? Blutbad? Da fiel der Groschen! Hinter dieser Einladung konnte nur meine liebe Trauzeugin Michaela stecken! Mit gemischten Gefühlen öffnete ich ihr schließlich die Tür… Es wurde ein grandioser Abend! Wir gingen grillen und was trinken an den Stausee Bautzen. Eine liebe Kollegin kam noch mit. Sie hatte sogar einen gut bestückten Bollerwagen geschmückt. Wir tagten bis nach Mitternacht und hielten uns die Bäuche vor Lachen.

Der Vorabend

Am Abend vor unserer Hochzeit schmückten wir den Festsaal. Die Tafel stand als E. Als wir in die Gastwirtschaft kamen, war sie schon eingedeckt. Es waren blaue und beige Servietten im Wechsel ausgemacht gewesen. Leider waren die blauen Servietten gemustert (ich sags Dir: es gibt Dinge, an die kann man gar nicht denken). Ich war zum Glück in einer guten Grundstimmung und ließ mir die Laune davon nicht verderben. Zwei Stunden lang dekorierten wir die Tische mit Kerzen und Muscheln, stellten selbst gemachte Marmelade als Tischkärtchen auf und Getränkekarten und banden 90 Stuhlhussenschleifen. Zeitgleich traf unsere Floristin ein und zauberte Blumenvasen und Efeu auf die Tafel. Trotz gemusterter Servietten fügte sich alles zu einem harmonischen Gesamtbild. Nachdem wir noch mit meinen Geschwistern und Eltern Abendbrot gemacht hatten, gingen wir nach Hause und ins Bett.

Der Hochzeitstag

Leider konnte ich schlecht schlafen. Ich war zwar nicht aufgeregt, trotzdem dachte ich viel nach und schlief erst gegen zwei Uhr ein. Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Mein Partner und ich tranken einen Kaffee. Danach fuhr er mich zum Friseur. Ich hatte eine Bluse mit Knopfleiste an, um die Haar- und MakeUp-Pracht beim Umkleiden hinterher nicht wieder zu ruinieren. Meine Hochsteckfrisur und das Schminken dauerte insgesamt zwei und eine Viertel Stunde. Frank hatte in der Zwischenzeit den Brautstrauß und meine Trauzeugin abgeholt und fuhr uns danach nach Hause. Froh darüber, noch ein wenig Zeit zu haben, stießen wir erst einmal mit Sekt an. Nachdem ich schnell noch einen Trolley mit Klamotten für den nächsten Morgen gepackt hatte (es stellte sich später heraus, dass ich ein Detail vergessen hatte), zog ich mein Brautkleid an. Meine Trauzeugin schnürte es. Was für ein tolles Gefühl! Übrigens war ich froh, dass die Oma meinen Sohn in den Anzug half. Als Braut hat man dazu schlicht und einfach keine Zeit!
Mittlerweile war es halb 12 und unser „Hochzeitsauto“ kam. Ein sehr hübsch geschmückter Traktor mit Hänger! Los ging die Fahrt bis zum Standesamt! Sie dauerte eine Stunde. Wir saßen gemütlich hinten auf dem Hänger und tranken einen Sekt. Der frische Fahrtwind war sehr angenehm, denn es war ein recht warmer Tag. Vor dem Rathaus in Löbau hatten sich schon ein paar Gäste versammelt, die uns begrüßten.

Die standesamtliche Trauung war sehr schön. Sogar Teelichter brannten und die Standesbeamtin hielt eine tolle Rede. Es war eine festliche Atmosphäre. Wir waren sehr erfreut, dass dieser Amtsakt so gut gestaltet wurde. Bei Frank und den Müttern flossen sogar ein paar Tränchen.

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Nachdem wir auf dem Löbauer Marktplatz mit Seifenblasen und Reis empfangen wurden, setzte sich eine riesige Blechkarawane in Richtung Feierlocation in Gang. Wir fuhren mit ca. 25 km/h ins Schützenhaus Dürrhennersdorf und alle folgten uns! War das ein Spaß!

An der Gastwirtschaft angekommen gab es die ersten Poltereinlagen. Teller und Krüge flogen durch die Luft. Frank hatte extra Folie ausgelegt. Das war sehr clever. Das Fegen am nächsten Morgen war so viel einfacher, weil nichts in den Fugen hängen bleiben konnte.

Nachdem jeder Gast ein Glas Sekt oder Saft bekommen hatte, führten wir eine Sandzeremonie durch. Wir verzichteten dafür auf das allseits beliebte Stammsägen. Bei diesem Brauch schüttet man abwechselnd farbigen Sand in eine Karaffe. Auch unser Sohn konnte teilnehmen. Es soll symbolisieren, dass man untrennbar vereint ist. Wir wählten passend zu unseren Hochzeitsfarben roten und blauen Sand. Unser Kind bekam echten Nordseesand.

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Anschließend fanden wir Zeit, die Geschenke entgegen zu nehmen und uns beglückwünschen zu lassen. Wir hatten uns Geld gewünscht und bekamen ganz zauberhafte ‚Verpackungen“ dafür. Da steckte echt Mühe dahinter! Viele Dinge werden wir als Deko für unser Haus nutzen können.

Jetzt war es Zeit für die Torte! Sie kam mit Fontäne in den Saal gerollt. Sie war genau so, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Dreistöckig, maritim und mit unseren Hochzeitsfarben. Die Hoptimisten als Caketopper durften natürlich auch nicht fehlen. Nach einer kurzen Begrüßungsrede meinerseits schnitten wir die süße Sünde an. Nun rate mal, wer die Hand dabei oben hatte?
Ich ;-)! Frank kannte dieses Anschneideritual nicht und ich hatte ihm davon wohlweislich auch nichts erzählt. So war es ein leichtes Spiel für mich, die Oberhand zu haben!
Die Torte schmeckte himmlisch und der Kuchen, der noch zusätzlich geliefert wurde, fand auch reißenden Absatz!

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Nach dieser Stärkung war es um vier und wir fuhren zum nahe gelegenen Rittergut. Dort wartete schon unsere Fotografin Stefanie von Foto-Rösch. Gemeinsam mit unserem Sohn und dem Traktor machten wir viele schöne Fotos auf dem Gelände und einem nahe gelegenen Fußweg. Es hat uns großen Spaß gemacht. Leider war unserem Sohn ein wenig langweilig zwischendurch, aber da musste er durch! Als Souvenir hatte sich beim Fotografieren ein Grashüpfer zwischen den Laken meines Kleides verirrt und leistete mir bis ca. 02:00 Uhr Gesellschaft. Ich hatte es trotz mehrerer Versuche nicht eher geschafft, an ihn heran zu kommen.

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In der Zeit unserer Abwesenheit hatte die Hochzeitsgesellschaft Zeit, vorgedruckte Gästebriefe an uns zu schreiben und Sofortbilder zu schießen. Auch ein Bingospiel zum Kennenlernen hatte ich mir einfallen lassen. Die Organisation dieser zwei Dinge übernahm meine Trauzeugin und die jugendlichen Mädels der Gästeschar. Es klappte prima!

Nachdem wir wieder bei der Meute waren, gab es noch Zeit für Gruppenfotos, bevor die Arbeitskollegen mit Traktor samt Hänger anrückten. Die Polterecke wurde gut bestückt. Zum Glück ohne Übertreibungen! Damit war die Hochzeitsgesellschaft vollzählig. Wir waren nun knapp 90 Gäste.

Nach der Rede von Frank und meinem Schwiegervater konnte das Abendessen beginnen. Es gab ein Buffet mit Zander, Wildgulasch, Schnitzel, kalter Platte und so weiter.

Irgendwie forderte die ganze Aufregung dann ihren Tribut und mir wurde ein wenig blümerant und übel. Ich hatte echt Angst, umzukippen. Kannst Du Dir das vorstellen? Zur eigenen Hochzeit? Erstaunlicherweise half mir Tanzen in Verbindung mit dem Genuss von viel, viel Wasser über diesen komischen Zustand hinweg.

Der Abend verlief wunderbar fröhlich und entspannt. Es wurde viel getrunken und im Biergarten geplauscht. Gegen Mitternacht sorgte ein kleines Gewitter für Spannung. Es wurde getanzt und als besonderes Schmankerl gab es sogar ein kleines Konzert als musikalische Einlage zum mitsingen, die bei allen gut ankam.

So nach und nach verabschiedeten sich die Gäste, oder wählten den polnischen Abgang. Um 2 Uhr kam dann auch das bestellte Taxi für die auswärts schlafenden Leute und wir bezogen die Hochzeitssuite. Nach einer kalten Dusche (es kam kein warmes Wasser) ging es ab ins Bett…