Erfolg = Geld?

Ich gebe zu, dass mein Beitrag Warum Du niemals mit der Hobbyfotografie erfolgreich sein wirst! etwas provokant formuliert war. Er sollte auch ein wenig provozieren und zum Nachdenken anregen.

Der Blogpost löste ein großes Interesse aus und bescherte mir schon am ersten Abend über 600 Aufrufe.

Der Artikel polarisierte. Es gab viele positive Kommentare auf Facebook. „Endlich bringt es mal jemand auf den Punkt!“und „absolute Zustimmung“ zum Beispiel. Es gab aber auch nachfragende Wortmeldungen und negative Reaktionen („Schmarrn!“ „Aprilscherz“). Mit den Nachfragern entwickelten sich ausnahmslos positive beziehungsweise neutrale Diskussionen. Der Grundtenor dabei war die Frage an mich nach der Definition von Erfolg als Hobbyfotograf. Es wurde automatisch davon ausgegangen, dass ich den Erfolg mit einer finanziellen Vergütung gleichsetze.

Warum? Achtung Küchensoziologie

Ich weiß es nicht. Mit keiner Silbe behauptete ich dies in meinem Beitrag. Meine einzige Erklärung: Der Mensch geht von sich selbst aus. Wir alle wachsen im Kapitalismus auf. Wir werden dazu erzogen, Geld zu verdienen. Je wohlhabender, desto besser. Geld regiert die Welt. Je mehr wir verdienen, desto mehr können wir uns leisten. Je mehr wir ausgeben können, desto wertvoller sind wir für unsere Gesellschaft. Erfolg hat man, wenn man Geld hat. Hat der Nachbar mehr, nagt der Neid an der Seele.

Stopp!

Wie schon oben erwähnt: ich habe nie behauptet, man ist als Hobbyfotograf erst erfolgreich, wenn der Rubel rollt. Im Gegenteil. Wenn man mit der Fotografie Geld verdient, hat man einen (Neben)Job. Dann ist es für mich kein Hobby mehr. Natürlich ist es auch in Ordnung, wenn Du Profit mit Deiner Passion machen möchtest. Für mich persönlich ist es zur Zeit keine Option. Ich denke, dann wäre ich nicht mehr so frei, so unabhängig.

Was ist für mich Erfolg in der Hobbyfotografie?

Ich bin erfolgreich, wenn ich mich weiter entwickeln kann. Wenn ich mit auftauchenden Schwierigkeiten und Grenzen positiv umgehe. Wenn ich es schaffe, diese Probleme zu lösen. Ich bin erfolgreich, wenn mir selbst meine Fotos gefallen und in mir ein Glücksgefühl auslösen. Ich brauche keine 10.000 Follower bei Instagram um Erfolg zu haben. Denn ich behalte gerne den Überblick. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar von Euch. Es streichelt auch die Seele, wenn ich mal bei einem Fotowettbewerb gewinne. All das ist Erfolg für mich.

Erfolg = Glück

Ein Kommenator in einer Facebookgruppe schrieb mir, er setzt Erfolg mit Glück gleich. Mit dieser Meinung gehe ich zu 100% mit. Wenn ich erfolgreich bin, löst es in mir Glücksgefühle aus. Ich freue mich den gesamten „Fotografiezyklus“ über. Erst freue ich mich zum Beispiel über das schöne Licht auf der hübschen Blüte. Dann bin ich glücklich, weil ich ein gutes Foto davon machen konnte. Bei der Bildbearbeitung entspanne ich und bin über mein Endergebnis zufrieden. Wenn ich mein Bild dann in den sozialen Medien zeige, bin ich wieder glücklich. Über jedes Like, jeden Kommentar und jede Teilung. Das ist der Applaus. Mein Erfolg. Mein Glück. Wenn ich lange Zeit ein und dasselbe fotografiert habe, packt mich die Langeweile. Dann möchte ich mich weiter entwickeln. Dieses Streben nach Verbesserung und neuem Wissen ist ebenfalls Erfolg für mich.

Wenn ich den Ausgangsartikel noch einmal schreiben würde, trüge er folgende Überschrift. „Warum Du Dich in der Hobbyfotografie niemals weiter entwickelst.“ Erfolg scheint jeder anders zu definieren. Zu viele sehen darin nur den finanziellen Gewinn.

Was bedeutet Erfolg für Dich?

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Meine Fotografie-Biografie Teil 4

Du hast Interesse an den vorhergehenden Beiträgen? Hier geht es zu Teil 1.

Die erste „richtige“ Kamera – unser Baby

Wir kauften uns eine digitale Spiegelreflexkamera. Eine Canon 350d mit Kitobjektiv. Das war ein Einsteigermodell, dass keine Wünsche offen ließ. Enno hatte gründlich recherchiert. Darauf konnte ich mich verlassen. Wenn mich heute jemand fragt, ab wann ich fotografiere, nenne ich das Jahr 2006. Denn mit der neuen Kamera war unsere Fotoleidenschaft vollends entfacht. Wir fuhren bald darauf im Februar 2007 für ein paar Tage nach Prag. Wenn man so will war das unsere erste Fotoreise. Wir flitzten mit der U-Bahn durch die wunderschöne große Stadt und lichteten jede Sehenswürdigkeit ab. Und zwar aus jeder Perspektive. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir nachts auf der Karlsbrücke standen. Jede Statue fotografierten wir mit einer Langzeitbelichtung und Stativ. Es war stockdunkel. Es nieselte und es war kalt. Wir hielten durch. Wir kämpften mit dem Autofokus, dem es schwer fiel, die dunklen Steinfiguren in der Nacht zu finden. Jeder andere Partner wäre kopfschüttelnd in die nächste Kneipe gegangen. Da wir aber Hobby und Kamera teilten, gab es keinen Streit. Im Gegenteil – wir waren glücklich. Trotz ausschließlicher Nutzung der Vollautomatik fühlten wir uns wie Profis. Die Bearbeitung und Sichtung unserer 2000 Jpeg-Dateien erledigten wir nach der Rückkehr am heimischen PC. Wir nutzten dafür das kostenlose Programm „Gimp“ und ein Onlineprogramm, was es schon gar nicht mehr gibt.

 

 

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Unsere schönste Fotozeit begann. Wir lernten über flickr viele nette Gleichgesinnte kennen. Es entwickelten sich online-Freundschaften und oftmals gab es lange Dialoge unter den Bildern. Es hätte so schön bleiben können.

Ärger im Hause „flickr“

Leider verkündete flickr dann plötzlich, dass Aktfotografien zensiert werden würden. Was heute auch bei Facebook Gang und gebe ist, erzürnte damals die Community. Und zwar richtig! Man zeigte sich solidarisch mit den vielen Aktfotografen und verließ schließlich aus Protest die Plattform.

Doch wohin nun?

Hier geht es zu Meine Fotografie-Biografie Teil 5.

Evergreens – Bilder mit Bedeutung #1

In der Reihe „Evergreens“ zeige ich Fotos von mir, die schon älter sind. Sie haben eine tiefere Bedeutung für mich, oder sind mit einer Geschichte verbunden, die ich Dir gerne erzählen möchte.

doppelt Glück gehabt

Das Foto entstand Anfang Januar 2014 in Dänemark. Mein Partner fand ein Jahr zuvor diesen großen Bernstein am Nordseestrand in Dänemark. Wir waren sehr stolz darauf, weil es das erste und bisher einzigste Mal war, dass wir ein echtes Bernsteinstück entdeckten. 2014 nahmen wir es noch einmal mit in den Urlaub, weil ich es am Strand fotografieren wollte. Ich steckte den Bernstein in meine Tasche und verlor ihn leider irgendwie. Wir suchten einen ganzen Tag, stellten dabei das ganze Ferienhaus auf den Kopf und waren sehr traurig, weil er weg war. Es war zwar „nur“ ein Stück versteinertes Harz, aber uns war es wichtig! Am übernächsten Tag nach seinem Verschwinden fand ich den Bernstein auf dem Weg vom Ferienhaus zum Strand wieder. Er lag am Wegrand und muss mir wohl einfach zwei Tage vorher aus der Tasche gefallen sein! Das Glück ist oft in den kleinen Dingen verborgen – wir hatten doppeltes Glück!

Bernstein am Strand der Nordsee

Hat Dir die Geschichte gefallen? Im zweiten Evergreen geht es um die Liebe!