Ein Foto muss nicht immer perfekt sein

Die Veröffentlichung des gestrigen Bildes wäre früher ein Nogo für mich gewesen.

Warum, denkst Du Dir jetzt vielleicht? Sieht doch schön aus!

Ich verrate es Dir: Siehst du die Menschen links im Bild? Die hätten mich noch vor einem Jahr gestört. Ich hätte sie mit Sicherheit digital ausradiert. Damit es „perfekt“ ist. Ein Postkartenfoto!

Bei der Bearbeitung des Bildes fiel mir aber auf, dass das das Bild mit den Menschen gewinnt. Enfernungen und Größen lassen sich so viel besser einschätzen. Das Foto wirkt spannender, lebendiger. Und mach ein Betrachter kann sich so vielleicht in die Personen hineinträumen, die dort den Sonnenuntergang an der Wasserkante betrachten.

Die Silhouetten der Urlauber durften also im Foto bleiben.

In diesem Beitrag zeige ich Dir noch ein unperfekt-perfektes Foto.

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Als ich dieses Bild das erste Mal auf dem Laptop sah, ärgerte ich mich: Da waren ja Wassertropfen auf der Linse während der Aufnahme! Wie konnte ich das nur übersehen?

Aber halt!

Unterstreichen diese vermeintlichen Bildfehler nicht genau die Atmosphäre, die während des Auslösens vorherrschte? Es war kühl, stürmisch und ein Unwetter zog auf. Die Gischt spritzte und Wellen umgaben den Steg. Sie suchten sich ihren Weg von unten durch die Holzlatten.

Ich beschloß, genau dieses „verunglückte“ Foto zu entwickeln. Es gefällt mir sehr gut, weil ich förmlich die ungemütliche Stimmung von damals wieder spüren kann.

Die Aufnahme entstand in Ertebølle, am Limfjord in Norddänemark. Das Wasser ist also Bodden, kein Meer!  Trotzdem war dort wellenmäßig ganz schön was los!

Wie findest Du mein Motiv? Gefällt es Dir trotz, oder gerade wegen der Wassertropfen auf der Linse? Oder hättest Du es nicht veröffentlicht?

Wie stehst Du zu unperfekten Fotos? Zeigst Du sie, oder versteckst Du sie? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

 

 

 

Mein Nicht-Fotografie-Gefühl

„Du fotografierst ja gar nicht mehr!“, mahnte mich meine innere Stimme. Woran liegt das bloß?

Ich muss sagen, ich genieße dieses Jahr den Frühling im Garten sehr intensiv. Jahrelang nahm ich die Natur quasi nur durch den Sucher wahr. Immer wenn ich mir Zeit nahm, durch den Garten zu streifen, hatte ich auch die Kamera in der Hand. Ich „dachte“ in Bildern. Wenn ich eine Blüte sah, fragte ich mich sofort, ob sie fotogen genug ist. Und wenn ja, von welcher Seite sie wohl am besten abzulichten sei. Über die flinken Bienchen ärgerte ich mich oft, wenn ich es nicht schaffte, schnell genug abzudrücken.

Dieses Jahr ist das anders. Ich hatte gar kein Verlangen, die wunderschönen lilafarbenen Krokusse zu fotografieren. Ich bestaunte sie einfach nur. Ich lasse die Natur und die Motive auf mich wirken, ohne sie in fotografierenswert oder belanglos einzuteilen.

Obwohl für mich die Fotografie der Entspannung diente, bin ich jetzt nicht unentspannter. Im Gegenteil. Das Fotografieren hat in mir auch Druck aufgebaut. Du MUSST mal wieder ein wirklich außergewönliches Foto machen. Du MUSST mal wieder die neuen Fotos auf der Speicherkarte bearbeiten. Du MUSST mal wieder einen neuen Blogartikel schreiben.

All das habe ich im Moment abgelegt. Ich fühle mich freier. Mir ist es auch egal, dass dadurch die Zugriffszahlen auf diesem Blog hier nicht mehr wachsen. Ich bin sehr froh, dass ich mich von diesem Druck lösen konnte.

Vorgestern allerdings hatte ich echte Lust, die Kamera zur Hand zu nehmen. Ich liebe Buschwindröschen. Dieses Jahr gibt es besonders viele davon in meinem Garten. Also fotografierte ich sie. Gestern hatte ich dann auch spontan Freude daran, die beste Aufnahme zu bearbeiten.

TADAA! Hier ist mein neuestes Foto!

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Zur Bearbeitung habe ich ein selbst erstelltes Overlay genutzt, um das Blümchen zarter wirken zu lassen. In einem älteren Artikel hatte ich schon mal beschrieben, wie Du Overlays und Texturen selbst erstellen kannst. Dort findest Du auch einen Link zu Overlays und Texturen von mir, die Du gerne nutzen kannst.

So sah das Bild ohne Bearbeitung aus:

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Benötigst Du noch Tipps, für die Blütenfotografie? Hier findest Du zwei Beiträge dazu:

7 Fototipps für Blütenbilder und Helle Blumen fotografieren

Lass es dir gut gehen und genieße den Frühling. Ich hoffe, dass Dir das trotz der derzeitigen Beschränkungen gelingt!

Fotografierst Du derzeit intensiv, oder lässt Du es auch ruhiger angehen?

Die eigene Schrift und Illustrationen in Fotos einfügen

Mein Interesse gilt nicht nur der Fotografie. Von Zeit zu Zeit entdecke ich Neues für mich, was ich dann natürlich sofort ausprobieren muss. Schön, wenn man diese neuen Interessen mit Fotos verknüpfen kann!
Schon vor längerer Zeit bin ich über „Zentangle“ und „Handlettering“ gestolpert. Mädchenkram halt ;-). Wenn Du Dich näher damit befassen möchtest, google einfach mal danach! Beides sind Techniken, bei der handgezeichnete oder -geschriebene Schriftzüge und Illustrationen entstehen. Ich schätze mich zwar als weniger begabt im Umgang mit Stiften ein, aber es macht mir Freude, mit Papier und Tusche aktiv zu sein.

Ziemlich schnell kam ich auf die Idee, meine Kritzeleien in Fotos einzufügen. Und das hat sogar zwei Vorteile: Man umgeht auf diese Weise prima die Nutzung der oftmals lizensierten oder kostspieligen Schriften und Grafiken. Zugleich hat man was komplett Eigenes geschaffen.

Im ersten Bild habe ich das Wort „Ahoi“ per Hand geschrieben, abfotografiert (scannen geht auch), den Hintergrund transparent gemacht und als png abgespeichert. Danach konnte ich die Schrift prima zum Foto des Muscheldampfers packen, inklusive Änderung der Schriftfarbe. Auch die Deckkraft der Schrift habe ich angepasst. Das funktioniert mit jedem Bildbearbeitungsprogramm, was mit Ebenen arbeitet. Auch Grafikprogramme wie Canva sind dafür ideal. Ich weiß, es ist nicht perfekt, aber mit Liebe gemacht.
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In meinem zweiten Beispiel habe ich das Zentangle-Muster „catkin“ (zu deutsch „Weidenkätzchen“) in ein Foto gepackt, welches mir vorher zu langweilig erschien. Auch hier habe ich die Deckkraft ein wenig herabgesetzt:

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Wie gefallen Dir meine kleinen Spielereien? Findest Du das kreativ oder kitschig? Schreibe es mir gerne in die Kommentare!

Auswertung der Blogparade zur Bildbearbeitung

Mitte November 2019 gab ich Dir eine Originaldatei zur Bildbearbeitung.

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Originaldatei

Darauf abgebildet: eine frostige Ringelblume, die ich früh morgens im Garten fotografiert hatte.

Ich freue mich sehr, dass so viele meinem Aufruf gefolgt sind und dieses Foto nach ihren Vorstellungen bearbeitet haben. Die unterschiedlichsten Bildbearbeitungskreationen sind entstanden. Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, diese hier auszustellen!

Das sind die Ergebnisse:

Zuerst möchte ich die Werke zeigen, die von anderen Bloggern erstellt wurden und die ihre Bearbeitungen auf ihren Blogs vorgestellt haben.

Er wollte das Foto insgesamt dunkler haben, ohne auf das restliche gelb der Herbstblätter im Hintergrund zu verzichten.

Das Ergebnis ist eine Art color-key. Grautöne mit orangen Akzenten. Die farbige Blüte wird durch seine Bearbeitung toll betont. Ich selbst hätte das Foto so nie bearbeitet. Trotzdem finde ich es gelungen. Prädikat: Interessanter Eyecatcher!

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Hier ist sein Ergebnis:

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Er hat das Foto ein wenig beschnitten und die Spinnwebe bei den Blättern entfernt. Die frostige Blüte liegt nun mehr im goldenen Schnitt. Auch Jürgens Version ist recht dunkel. Die Morgensonne, die der Raureif fängt, kommt dabei besonders gut zur Geltung. Prädikat: Dezentes Fineart!

Das ist sein Werk:

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Burkhards Version konzentriert sich durch den starken Beschnitt ganz auf die Blüte. Hier gefällt mir besonders, dass der Stengel nun aus der rechten unteren Ecke ragt. Das hat immer etwas dynamisches. Prädikat: das Wesentliche auf den Punkt gebracht!

Schau Dir gerne die ausführlichen Bildbesprechungen der drei Blogs an! Ich finde die Herangehensweisen sehr lesenswert!

Weitere Einsendungen erreichten mich per E-Mail.

  • Foto eins ist von Karina. Auch ihre Version der gefrorenen Ringelblume konzentriert sich ausschließlich auf die Blüte. Sie hat das Foto gedreht, so dass die Blume trotzdem nach der Drittelregel ausgerichtet ist. die Farben wirken recht kräftig. Prädikat: Herbstliche Stimmung genau getroffen!

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  • Kathleen Ahrens hat das Foto so ähnlich wie Jürgen bearbeitet. Ihr Werk geht allerdings im Hintergrund mehr ins bräunliche. Ich finde die Version sehr fein und ruhig. Das herbstliche Thema wird toll unterstrichen! Prädikat: Mein Favorit aller Einsendungen!

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  • Mariola hat mir gleich zwei Versionen per Mail geschickt. Sie konnte sich zwischen ihrer frostigen und wärmeren Bearbeitung nicht entscheiden. Mir persönlich gefällt die kühlere Variante besser, da ich ein Fan starker Kontraste bin und selbst ein kühles Endfoto erstellt habe. Zusätzlich hat sie Strahlen eingefügt. Prädikat: Extravaganz fällt auf!

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ringelblume mariola

Zwei Einsendungen erreichten mich über meine Social Media Kanäle.

  • Michael Maas nahm über Facebook teil. Seine Ringelblume sieht aus, wie dem Sonnenaufgang entsprungen. Das wollte er mit der warmen Tonung bezwecken. Im Kontrast dazu steht das kühle blau im Hintergrund. Zusätzlich fällt eine Vignette auf, die die Blüte zum Strahlen bringt. Prädikat: Ein leuchtendes Beispiel!

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  • Die letzte Aufnahme erreichte mich über instagram vom _bildermacher_. Seine Version ist wieder eine stark beschnittene Variante. Besonders auffällig: die Grüntöne und die Weichzeichnung. Prädikat: Wie aus einem Traum!

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Ich habe mich natürlich auch an die Aufnahme gewagt! Meine Bearbeitung entstand unter Beobachtung und Beratung meines Sohnes. Ich wollte die Kühle des Morgens besonders unterstreichen. Deshalb die Blautonung. Da es an diesem Tag durch den Raureif überall funkelte, verstärkte ich diesen Effekt noch mit einem dezenten Glitzeroverlay. Die kleine Spinnwebe entfernte ich ebenfalls.

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Fazit

Ich danke allen Teilnehmern vielmals für ihre Einsendungen! Solch eine Fotoparade ist immer eine Wundertüte. Macht überhaupt jemand mit? Welche Bearbeitungen werden wohl entstehen und wann erreicht mich eine Nachricht?

Es hat mir großen Spaß gemacht, die Werke zu betrachten und diese Zusammenfassung hier zu schreiben! Ist es nicht interessant, die völlig verschiedenen Versionen ein und des selben Bildes zu sehen?

Welches Bild gefällt Dir am besten und warum?

Blogparade Bildbearbeitung

Im letzten Blogpost fragte ich Dich, welches Foto du gerne einmal bearbeiten möchtest. Drei Bilder gab es zur Auswahl:

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Gleichzeitig stellte ich die gleiche Frage auf meinem Instagram-Account. Gewonnen hat Bild c, also die Ringelblume. Danke an alle Abstimmer!

Hier ist das frostige Blümchen noch mal in groß als unbearbeitetes JPG:

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Damit das ganze ein wenig in geordneten Bahnen verläuft, werde ich Dir nun gerne die Möglichkeit geben, das Foto im Rahmen einer Blogparade nach Herzenslust zu bearbeiten.

So nimmst du an meiner Blogparade teil:

  1. Lade Dir das Bild als RAW-Datei oder als JPG herunter. (edit: Links entfernt, Aktion vorbei)
  2. Bearbeite das Motiv, wie es Dir gefällt.
  3. Schreibe einen Blogartikel. Dort kannst du Dein Kunstwerk zeigen. Natürlich darfst Du auch gerne Deine Bearbeitungsschritte erläutern.
  4. Verlinke in Deinem Beitrag diesen Beitrag hier.
  5. Setze den Link zu Deinem Beitrag unter diesen Artikel, damit ich Dein bearbeitetes Bild auch finde.

Wenn Du keinen Blog hast, aber trotzdem mitmachen möchtest, dann lade Dir das Foto trotzdem herunter. Schicke mir Deine Endversion als E-Mail an folgende Adresse: steffi.fleischer@gmx.net.

Wenn Du das Bild bei Instagram oder Facebook veröffentlichst, schicke mir bitte ebenfalls den Link oder kommentiere ihn hier unter diesen Beitrag. Vergiss nicht, meinen IG- oder FB-Account zu verlinken.

Einsendeschluss ist der 26.12.2019. Ich werde danach alle entstandenen Beiträge noch einmal in einem neuen Blogpost vorstellen.

Ich wünsche Dir viel Spaß und freue mich über eine rege Teilnahme!

 

Bildbearbeitungs-Challenge schottisches Schloss

Der Reisen Fotografie Blog hat ein Foto des schottischen Eilean Donan Castle zur Verfügung gestellt. Es soll von anderen Fotonarren nach Lust und Laune bearbeitet werden. Da ich diese Sehenswürdigkeit schon öfter auf Fotos gesehen habe, erweckte in mir das Interesse, bei dieser Aktion mitzumachen. Hier findest Du den Originalbeitrag. Wenn du Lust hast, kannst Du bei dieser Challenge auch gerne teilnehmen.

Das Originalbild

Was fiel mir auf?

Das Foto ist tolles Ausgangsmaterial. Es ist scharf, gut belichtet (vielleicht ein wenig zu dunkel, aber das macht nichts) und hat einen schönen Bildaufbau. Das Wetter ist jetzt nicht der Burner, aber halt typisch schottisch. die tolle Wolkenformation wollte ich unbedingt erhalten!

Auf den zweiten Blick störte mich der eklige Algenbewuchs im Vordergrund des Bildes und die rote Jacke der Touristin unten links neben der Brücke. Ich machte mich also an die Arbeit!

Meine Bearbeitung

Nach der RAW-Entwicklung mit dem Silkypix Developer entfernte ich mit dem Klonen-Werkzeug in Gimp die rot bejackte Person. Die anderen Menschen ließ ich im Bild. Wenn es mein eigenes Foto gewesen wäre, hätte ich alle Leute entfernt. Ich liebe Postkartenmotive und da stören die Touristen einfach. Vielleicht hätte ich auch eine Langzeitbelichtung gemacht, um die Menschen gleich von vorn herein gar nicht mit aufs Bild zu kriegen.

Danach nutzte ich die Online-Anwendung picmonkey. Dort begradigte ich das Foto etwas und schnitt unten den Algenbewuchs ab. Das Bauwerk rutschte nun zwar ein wenig zu vel in die Mitte, die hübsche Brücke wollte ich aber zum Ausgleich nicht auch noch opfern. Das Schloss schärfte ich ein wenig nach und erhielt dieses Ergebnis:

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Trotzdem störte mich das braune Geglibber am Ufer weiterhin. Deshalb entschied ich mich dazu, ein schwarz-weiß-Foto daraus zu machen.

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Du siehst also, dass die Bildbearbeitung bei mir ein Prozess ist. Hätte ich vorher gewusst, dass meine Endversion farblos wird, hätte ich die rote Jacke auch nicht entfernen müssen. Auch nutze ich mehrere Programme. Das ist einfach so „gewachsen“. Jede Anwendung hat für mich Vorteile, die ich gerne kombiniere.

Welche meiner beiden Versionen gefällt Dir besser? Schreibe es mir gerne in die Kommentare.

Pilze fotografieren – aber richtig!

Letzten Sonntag waren wir Pilze sammeln im Wald. Während mein Mann und mein Sohn die Körbe voll hatten, fand ich nicht wirklich viele essbare Exemplare.

Das lag an meiner Kamera! Ich hielt eher Ausschau nach fotogenen Motiven und beschäftigte mich daher nicht so intensiv mit der Nahrungsbeschaffung!

Plötzlich entdeckte mein Mann (der Glückspilz) einen riesigen Steinpilz und rief mich zu sich. Den musste ich natürlich auf den Sensor bannen!

Während der Fotografie dieses Prachtexemplars lernte ich folgende Dinge:

  1. Nutze die Froschperspektive!

Ein Pilzportrait ist am spannendsten, wenn Du es wirklich aus der Froschperspektive machst. Am besten sieht es aus, wenn Du Deine Kamera vor den Pilz auf den Boden legst. Unter Umständen nutze eine Rettungsdecke oder eine andere Unterlage, um Deine Kleidung und Deine Ausrüstung vor dem feuchten Waldboden zu schützen. Wenn du nicht den Live-View nutzt, wirst Du Dich nämlich auf den Boden legen müssen. Das klingt erst einmal furchtbar umständlich. Aber glaube mir: in diesem Fall entscheidet wirklich die Kameraperspektive über Top oder Flop!

Hier ist der Beweis:

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unbearbeitetes Foto aus höherer Perspektive

Für das erste Foto kniete ich am Boden. Der Kamerastandpunkt war also auch schon recht niedrig. Trotzdem habe ich damit nur eine seitliche Draufsicht erzielt. Dem Foto fehlt das gewisse Etwas. Es wirkt dokumentarisch.

2. Nutze einen hellen Tag!

Ich habe festgestellt, dass die Mittagszeit, die man ja sonst aufgrund der harten Schatten nicht für Fotoshootings nutzt, sehr gut für Pilzfotos geeignet ist. Auch der frühe Nachmittag ist noch gut geeignet. Durch die Bäume ist es ja recht dunkel im Wald und sie werfen auch große Schatten. Deshalb ist hier der Sonnenuntergang gefühlt viel eher. Wenn du dann Pilze am Waldboden fotografieren möchtest, wird es schnell zu dunkel für Deine Bilder! Wenn Du die Kamera auf die Erde legst, kannst du die Belichtungszeit verlängern, ohne zu verwackeln. So erhälst Du trotzdem helle Aufnahmen. Gerade an trüben Tagen ist das ein guter Tipp!

2. Räume die Umgebung auf!

Natürlich braucht der Waldboden nicht lupenrein sauber zu sein. Im Gegenteil. Du fotografierst in der Natur. Kleinere Zweige oder Grashalme stören meines Erachtens das Foto nicht. Man kann dem Bild ruhig ansehen, dass es nicht im Studio entstanden ist. Wenn aber beispielsweise Tannenzapfen im Vordergrund liegen, oder größere Zweige den Pilzstiel verdecken, dann räume diese Störer lieber für einen Moment beiseite. Diese Dinge können auf Deiner Aufnahme den Blick vom Hauptmotiv ablenken. Du ersparst Dir natürlich auch viel Zeit bei der Nachbearbeitung.

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Pilz aus der Froschperspektive, unbearbeitet

Das zweite Foto ist die Aufnahme, die ich im Endeffekt für die weitere Bildbearbeitung ausgewählt habe. Ich lag dazu auf dem Boden. Aufgrund der niedrigen Kameraperspektive konnte ich sogar ein wenig Vordergrund erzielen. Durch das Gras erscheint eine ganz natürliche Weichzeichnung. Der dreischichtige Bildaufbau aus verschwommenen Vordergrund, scharfen Hauptmotiv und unscharfen Hintergrund schmeichelt dem Auge. Das Foto wirkt doch gleich ganz anders, oder?

Du kannst außerdem deutlich sehen, dass ich um den Stiel herum ein wenig das Gras entfernt habe.

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Die Nachbearbeitung

Was habe ich hautsächlich gemacht? Wie Du sehen kannst, habe ich noch den ein oder anderen Grashalm entfernt. Quasi digitales Pilze putzen ;-). Die „Fehler“ auf dem Hut retuschierte ich. Den linken Bildrand habe ich etwas beschnitten, um das Hauptmotiv noch ein wenig mehr aus der Mitte zu rucken. Zusätzlich zeichnete ich dort das Gras weicher. Es lenkte mich vom Hauptmotiv ab. Zum Schluss gestaltete ich den Bildlook wärmer als im Original. Während der Aufnahme kitzelten mich tatsächlich warme Sonnenstrahlen!

Wie gefällt Dir meine Bearbeitung? Hättest Du es anders gemacht? Oder hast du noch weitere Pilzfoto-Tipps?

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, empfehle ihn gerne weiter! Dich könnte ebenfalls mein Blogpost Fast Foto – der Quicktipp interessieren. Darin beschreibe ich, wie Du eine Rettungsdecke in der Fotografie einsetzen kannst. Auch der Artikel Fotoregeln kombinieren passt zu diesem Artikel hier. Darin gehe ich noch einmal genauer auf die Bildgestaltung ein.

 

 

Farben-Flower-Power

Ich hatte mal wieder Lust, ein typisches „Steflei-Fotografie“- Foto zu bearbeiten. Da wäre zum ersten meine Lieblingsfarbkombination. Ich mag das kühle Blau als Kontrast zum warmen kräftigen Pink! Zum zweiten siehst Du eines meiner liebsten Motive: Blümchen!

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Damit Du einen Vergleich zwischen dem unbearbeiteten Foto und dem Endergebnis hast, habe ich hier einen Link für Dich. Klick da unbedingt mal drauf!

Ich weiß, dass eine so kräftige Bildbearbeitung nicht jedem gefällt. Ich habe schon einmal einen Artikel geschrieben, warum ich meine Bilder gerne stark bearbeite…

Magst Du solche Vorher-Nachher-Vergleiche, oder interessiert Dich nur das Endergebnis?

Ist denn schon wieder Herbst?

Überall im Netz kann man schon wieder wunderschöne Fotos von Krokussen und Schneeglöckchen bestaunen. Auch ich hatte gestern große Lust, Nahaufnahmen von Frühblühern zu machen. Wir hatten warmen Sonnenschein und der Frühling lag in der Luft. Leider gab es noch keine Blumen im Garten. Also mussten die alten Samenstände der Echinacea herhalten. Ich fotografierte sie voriges Jahr in voller Blüte.

Meine Bearbeitung geschah wieder nach Lust und Laune und mutet etwas herbstlich an. Es fehlte noch das frische Grün.

Das erste Bild habe ich mit einem Objektiv von einem alten Diaprojektor gemacht. Ich habe es einfach vor den Body meiner Kamera gehalten. Alte Linsen mögen vielleicht nicht die Schärfe von modernen Gläsern besitzen. Aber sie zaubern in die Bilder einen Effekt, der aussieht wie gemalt, oder?

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Hier ist ein Vorher/Nachher-Vergleich für Dich.

Das zweite Foto habe ich mit meinem Makroobjektiv gemacht. Ich besitze das Tamron 90mm 2.8. Irgendwie hat mich die verblühte Blume an eine Rakete erinnert. Dem Hintergrund habe ich deswegen ein wenig „Sternenstaub“ hinzugefügt.

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Ich weiß, meine Art der Bildbearbeitung hat viele Fans, aber auch Kritiker. Zu diesem Thema habe ich schon einmal einen Artikel geschrieben: Warum ich meine Bilder gerne stark bearbeite….

Ich finde, diese welken Schönheiten haben durchaus ihren Reiz, oder was meinst Du? Auf alle Fälle sieht man Fotos von Samenständen nicht so oft. Schon alleine deshalb sind sie ein Hingucker!

JPG, RAW und die Bildbearbeitung

Ich habe schon öfter unter Fotos Diskussionen über das Für und Wider von Bildbearbeitung gelesen. Oftmals spalten sich dabei zwei Lager. Die eine Gruppe ist überzeugt von der digitalen Bildbearbeitung, die andere Gruppe lehnt sie ab. Begründet wird die Ablehnung meist damit, dass die Bildbearbeitung ein Foto verfälschen würde und ein Originalbild natürlicher wäre. Größtenteils kommt diese Kritik von Menschen, die sich mit der Bildbearbeitung und ihren Möglichkeiten und Grenzen noch gar nicht richtig auseinander gesetzt haben. Das finde ich immer ein bisschen schade!

Mir liegt dieses Diskussionsthema sehr am Herzen, deshalb möchte ich gerne meine Gedanken dazu formulieren.

Viele Fotografen fotografieren nicht im JP(E)G-Format (dass die meisten Smartphones und Kompaktkameras unterstützen), sondern im RAW-Format. Ich fotografiere gleichzeitig in beiden Formaten. Ich finde es angenehmer, meine Fotos im JPG-Format am heimischen Rechner anzuschauen und nach „gelungen“ und „misslungen“ zu sortieren. Anschließend ENTWICKLE ich aber in 99% der Fälle die dazugehörige RAW-Datei des Bildes weiter zu einem JPG-Bild. Nur ganz selten mache ich eine Ausnahme: Wenn es schnell gehen muss, oder es nicht so sehr auf die Bildqualität ankommt.
Wo wir schon beim ersten Stichwort wären: Ich ENTWICKLE die RAW-Datei. Beim JPG-Format werden die Bildinformationen von ganz allein von der kamerainternen Software zu einem anschaubaren Foto entwickelt. Manche Bildinformationen, die die Kamera als nicht wichtig erachtet, gehen dabei allerdings verloren. In einer RAW-Datei findet diese Entwicklung nicht in der Kamera statt. Die Bildinformationen werden allumfassend von der Kamera gespeichert und die Entwicklung macht der Fotograf dann anschließend am PC. Das ist so in etwa wie wenn man einen Film in der Dunkelkammer belichtet. Man hat also als „RAW-Knipser“ viel mehr eigene Einflussmöglichkeiten, ein Foto auch so zu bearbeiten, wie man die Situation selbst im Moment der Bildentstehung wahrgenommen hat.
Da sind wir beim nächsten Punkt: Ein originales JPG-Bild ist NICHT automatisch natürlicher, als ein bearbeitetes Foto. Dies kann man an meinem Vergleichsfoto sehr gut sehen.

Vergleich JPG RAW
Oben ist die vollkommen unbearbeitete Originaldatei im JPG-Format. Was ist passiert? Die Kamera führt EINE Belichtung und Bearbeitung durch, die sich in diesem Fall an der Sonne orientiert. Die Sonne ist korrekt belichtet, die dunkleren Bildteile verschwinden im Dunkel. Hätte ich meine Einstellungen an der Kamera so gewählt, dass die Straße korrekt belichtet wird, wäre die Sonne überbelichtet gewesen und der Himmel wäre viel zu hell erschienen. Da eine RAW-Datei viel mehr Bildinformationen beinhaltet als eine JPG-Datei, lässt sich mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung im Nachhinein noch das ein oder andere Detail – in diesem Fall die Straße – optimieren. Das untere Bild und nicht die Originaldatei erscheint also natürlicher, weil es viel besser den menschlichen Sehfähigkeiten entspricht. Die Kamera „sieht“ also quasi anders, als das menschliche Auge.
Ich kann zwar auch ein JPG-Foto noch nachbearbeiten, da in diesem Format aber nicht alle Bildinformationen von der Kamera gespeichert werden, gelingt die Optimierung meist nicht so gut, wie bei der Bearbeitung einer RAW-Datei. Eine vollkommen fehlbelichtete und/oder unscharfe RAW-Datei lässt sich allerdings auch mit allen Mitteln der Bildbearbeitung nicht mehr retten! Deshalb sollte man natürlich versuchen, sein Foto trotz nachträglicher Verbesserungsmöglichkeiten schon während der Aufnahme so gut wie möglich zu machen.
Obwohl ich gerne farbenfrohe Bilder mag, sind meine Fotos auch nicht zwangsweise kräftiger gefärbt, als die Originaldateien. Auch das kann man gut am Vergleichsfoto sehen. Das Orange um die Sonne ist im JPG kräftiger, als in der bearbeiteten Version. Im unteren Bild ist das Farbspektrum natürlich aufgrund der „Nachbelichtung“ höher.

Ich habe Dir die Vor- und Nachteile der einzelnen Bildformate notiert. Sie haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

Vorteile JPEG

  • die kamerainterne Bildkompression und -Bearbeitung macht die Vorarbeit
  • JPEGs benötigen weniger Speicherplatz
  • man kann sie mit vielen Programmen anschauen
  • die Nachbearbeitung geht schneller

Nachteile JPEG

  • die Kamera speichert weniger Bildinformationen und selektiert vor – die Nachbearbeitung hat deshalb seine Grenzen
  • Die Kamera „sieht“ anders, als das menschliche Auge

Vorteile RAW

  • der Fotograf hat durch die umfassend gespeicherten Bildinformationen mehr Möglichkeiten in der Nachbearbeitung, wie zum Beispiel Belichtungskorrektur und Weißabgleich
  • der Fotograf kann seinen eigenen Stil und seine eigene Sichtweise besser herausarbeiten

Nachteile RAW

  • die Speicherdaten sind umfangreicher, ein größerer Speicherplatz wird benötigt
  • RAWs werden von vielen Bildanzeigeprogrammen nicht unterstützt, man benötigt „speziellere“ Software
  • RAWs MUSS man entwickeln und nachbearbeiten. Das kostet Zeit

Fazit

Viele Fotografen fotografieren im RAW-Format. Da die Ansicht dieser Dateien von den meisten Internetanwendungen, Druckanbietern usw. nicht unterstützt wird, ist eine nachträgliche digitale Bildentwicklung und -bearbeitung nicht nur vom Fotografen gewünscht, sondern sogar zwingend notwendig. Im Rahmen der Bildentwicklung wird eine Bildoptimierung angestrebt, bei der die kamerainterne Bearbeitungssoftware nicht mithalten kann. Zudem kann der Fotograf in seine Bildbearbeitung einfliessen lassen, was er subjektiv während der Aufnahme gesehen und/oder empfunden hat.
WIE er seine Fotos bearbeitet, das heißt welchen Stil er hat, was ihm wichtig ist usw. ist dann wieder ein ganz anderes Diskussionsthema und hängt neben seinem Geschmack auch noch von seiner Persönlichkeit, seinem Wissensstand, seiner Hard- und Software und vielen anderen Faktoren ab.

Noch eine abschließende Bemerkung zum Thema „Bild fälschen“ bzw. „Bildmanipulation“: Obwohl ich (noch) kein Photoshop benutze, sondern andere Programme, führe ich bei meinen Fotos manchmal auch eine Retusche durch. Das können zum Beispiel störende Strommasten sein die ich verschwinden lasse, oder Staubkörner und welke Pflanzenteile bei meinen Nahaufnahmen. Ich bin ja kein Dokumentarfotograf – ich darf das

! Über meine Art der Bildbearbeitung habe ich schon einmal einen Artikel geschrieben.

Möchtest Du öfter mal ein vorher-nachher-Foto sehen?

Wie stehst Du zur Bildbearbeitung und welches Format nutzt Du? Gerne kannst Du mir Deine Meinung zum Thema in die Kommentare schreiben, oder Fragen stellen.

PS: Das hier ist übrigens mein 100. Beitrag auf diesem Blog. Juhu!