Evergreens – Bilder mit Bedeutung #2

In der Reihe „Evergreens“ zeige ich Fotos von mir, die schon älter sind. Sie haben eine tiefere Bedeutung für mich, oder sind mit einer Geschichte verbunden, die ich Dir gerne erzählen möchte.

„Anet I love you“

Ich entdeckte dieses Herz auf einem tristen Waldspaziergang ohne Schnee Ende 2013. Bevor wir aufbrachen hatte ich noch überlegt, ob sich das Schleppen der Kamera wohl lohnen würde. Bei dem Wetter? Zu dieser Jahreszeit? Gut, dass ich sie mitnahm.

Wobei? Bei diesem Motiv hätte wahrscheinlich auch ein Handyschnappschuss eine Geschichte erzählen können. Es kam gar nicht auf den qualitativen Aspekt an.

Das Herz mit der Inschrift fiel mir sofort auf, weil es Fragen aufwirft. Viele Fragen!

Wann wurde das Herz eingeritzt? Wann wurde es durchgestrichen? Von wem wurde es durchkreuzt und warum? Von der Angebeteten, die die Liebe nicht erwiderte und wutig war? Oder vom Zurückgewiesenen, aus Liebeskummer? Vielleicht sogar von einem Nebenbuhler? Hat das Herz die „Anet“ vielleicht nie gesehen, weil es eine einseitige und heimliche Liebe war? Hieß die Liebe überhaupt „Anet“, oder war es ein Schreibfehler? Wie wird es den beiden wohl jetzt gehen? Gab es vielleicht doch noch ein Happyend?

Ich werde es wohl nie erfahren.

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Vom Suchen und Finden des kleinen Glücks handelt mein erster Evergreen.

 

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Meine Fotografie-Biografie Teil 5

Hier geht es zu Meine Fotografie-Biografie Teil 1.

Wir zogen um. Rein virtuell versteht sich. Die neue Fotoplattform unseres Vertrauens nannte sich „ipernity“. Viele unserer flickr-Freunde wanderten dorthin aus und es wurde fast so wie früher. Mir fehlte auf Dauer die Internationalität. Die User waren größtenteils deutsch und französisch. Und irgendwann glichen sich auch deren Fotos an. Es wurde fast nur das Genre der Natur- und Landschaftsfotografie bedient. Zumindest kam es mir so vor. Postiv an dieser Community war der Blogbereich. Man konnte dort Texte schreiben.

neue Objektive wurden gekauft

Irgendwann hatten wir das Kitobjektiv 18-55mm ausgereizt. Enno entdeckte die Landschaftsfotografie für sich und wollte gleichzeitig ein Objektiv, das einen großen Brennweitenbereich abdeckte. Wir entschieden uns für ein 18-200mm Telezoom von Sigma. Ich nutze es heute noch regelmäßig und gerne auf Reisen. Ich interessierte mich für die Makrofotografie. Also begaben wir uns in das Fotofachgeschäft unseres Vertrauens und verließen es wieder mit einem 70-300mm Objektiv mit Makrofunktion von Sigma. Positiv daran war, dass man auch Tiere mit einer großen Fluchtdistanz gut fotgrafieren konnte – man zoomte das Objekt der Begierde einfach heran. Nachteilig war die Lichtschwäche. Es war kaum möglich, an einem bedeckten Tag etwas scharf fotografieren zu können. Die länger benötigte Belichtungszeit und/oder der ISO machten einem einen Strich durch die Rechnung. Ohne Stativ konnte man das schwere Glas direkt in der Tasche lassen.

Aufgrund dieser Nachteile entdeckten wir zu dieser Zeit eine neue Leidenschaft. Die Festbrennweiten. Zuerst kauften wir uns das „Nifty-Fifty“. Das preiswerte 50er 1.8 von Canon. Für mich wurde es ein neues „Immerdrauf“. Ich war geradezu berauscht von Schärfe und Bokeh. Selbst in der Dämmerung waren die Belichtungszeiten noch kurz genug für ordentliche Fotos. Vorausgesetzt man riss die Blende auf. Was ich ausnahmslos tat. Da man damit aber keine Makros machen konnte, musste noch ein „richtiges“ Makroobjektiv her. Das 90er von Tamron. Ich liebte es! Es war scharf und leicht.

Damit war unser „Objektivpark“ für viele Jahre vollständig. Ab 2009 konnten wir diesen dann ausgiebig testen, denn wir hatten ein neues Fotomotiv. Unser Sohn Henning erblickte die Welt. Es folgten zweieinhalb unbeschwerte Jahre mit vielen schönen Kinderbildern. Ein paar davon siehst Du hier.

Und hier geht es zu Meine Fotografie – Biografie Teil 6.

bunt wie der Sommer~Baden fetzt!In bed with Giraffe.

Fototipp #1

Neben meiner Rubrik Evergreens – Bilder mit Bedeutung möchte ich Dir auch in loser Folge Fototipps geben. Das ein oder andere ausführliche Tutorial wird sicherlich auch darunter sein. Ich liebe es, low-budget-Dinge bei meinen Bildern einzusetzen, die meist auch ganz schnell umzusetzen sind. Los gehts…

Fototipp #1 ~natürlicher Filter~

Für das untere Foto der Collage habe ich einfach ein oranges Tuch ganz nah seitlich vor die Linse gehalten – und schwupps – fertig ist die Sonnenuntergangsstimmung völlig ohne Bildbearbeitung, Lightroom-Preset, oder irgendein overlay. Die Fotos sind tatsächlich out of cam. Es macht Spaß mit solchen einfachen Dingen tolle Effekte zu erzielen. Natürlich kann man auch andere Dinge vor die Linse halten – zum Beispiel farbiges Papier.

Du hast den Tipp ausprobiert? Zeige mir gerne Dein Werk oder andere Tricks für tolle Fotos! Ich freue mich darüber!

Fototipp
natürlicher Filter, ganz ohne Bildbearbeitung

Meine Fotografie-Biografie Teil 4

Du hast Interesse an den vorhergehenden Beiträgen? Hier geht es zu Teil 1.

Die erste „richtige“ Kamera – unser Baby

Wir kauften uns eine digitale Spiegelreflexkamera. Eine Canon 350d mit Kitobjektiv. Das war ein Einsteigermodell, dass keine Wünsche offen ließ. Enno hatte gründlich recherchiert. Darauf konnte ich mich verlassen. Wenn mich heute jemand fragt, ab wann ich fotografiere, nenne ich das Jahr 2006. Denn mit der neuen Kamera war unsere Fotoleidenschaft vollends entfacht. Wir fuhren bald darauf im Februar 2007 für ein paar Tage nach Prag. Wenn man so will war das unsere erste Fotoreise. Wir flitzten mit der U-Bahn durch die wunderschöne große Stadt und lichteten jede Sehenswürdigkeit ab. Und zwar aus jeder Perspektive. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir nachts auf der Karlsbrücke standen. Jede Statue fotografierten wir mit einer Langzeitbelichtung und Stativ. Es war stockdunkel. Es nieselte und es war kalt. Wir hielten durch. Wir kämpften mit dem Autofokus, dem es schwer fiel, die dunklen Steinfiguren in der Nacht zu finden. Jeder andere Partner wäre kopfschüttelnd in die nächste Kneipe gegangen. Da wir aber Hobby und Kamera teilten, gab es keinen Streit. Im Gegenteil – wir waren glücklich. Trotz ausschließlicher Nutzung der Vollautomatik fühlten wir uns wie Profis. Die Bearbeitung und Sichtung unserer 2000 Jpeg-Dateien erledigten wir nach der Rückkehr am heimischen PC. Wir nutzten dafür das kostenlose Programm „Gimp“ und ein Onlineprogramm, was es schon gar nicht mehr gibt.

 

 

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Unsere schönste Fotozeit begann. Wir lernten über flickr viele nette Gleichgesinnte kennen. Es entwickelten sich online-Freundschaften und oftmals gab es lange Dialoge unter den Bildern. Es hätte so schön bleiben können.

Ärger im Hause „flickr“

Leider verkündete flickr dann plötzlich, dass Aktfotografien zensiert werden würden. Was heute auch bei Facebook Gang und gebe ist, erzürnte damals die Community. Und zwar richtig! Man zeigte sich solidarisch mit den vielen Aktfotografen und verließ schließlich aus Protest die Plattform.

Doch wohin nun?

Hier geht es zu Meine Fotografie-Biografie Teil 5.

Meine Fotografie-Biografie Teil 3

Waidmannsheil!

Enno wurde Onkel. Da der Neffe nicht in unserer Nähe wohnte, ließen uns seine Eltern virtuell über Fotos am Gedeihen des Frischlings Prachtjungen teilhaben. Hochgeladen wurden die Bilder bei Flickr (einer Art social media Plattform für Fotografie). Auch wir legten uns dort einen Account zu und waren überwältigt von den Millionen Fotos, Fotogruppen und so weiter. Der erste Schritt in die unendlichen Weiten des World wide web und inbesondere in die schier unerschöpflichen Jagdgründe Bilderwelten war getan. Es lag natürlich nahe, dass auch wir unsere Werke hochluden. Wir besaßen keinen Fernseher und so wurde es ein netter Zeitvertreib, sich auf die Lauer zu legen nach Likes und Kommentaren. Als Köter legten wir unsere Fotos aus. Bald schon merkten wir allerdings, dass wir mit den Bildern unserer Digitalknipse keinen Zwölfender schossen wenig Aufmerksamkeit erhielten. Wir sahen die deutlich höherwertigen Werke der anderen Fotografen. Die hatten alle so schöne matschige Hintergründe unscharfe Bokehs. Das wollten wir auch. Die Digitalkamera hatte ausgedient. Ab jetzt schossen wir mit größerem Kaliber…

Wer neugierig ist, kann gerne mal auf den alten Flickr-Account schauen. Ich habe keine Ahnung vom Passwort. Deshalb habe ich keinerlei Zugriff mehr auf die Inhalte.

Hier geht es zu Teil 1 meiner Fotografie-Biografie und hier zum 4. Teil.

Meine Fotografie-Biografie Teil 2

Hier geht es zu Teil 1. Darin erzähle ich Euch, wie ich die Fotografie in meiner Kindheit erlebte.

Erste eigene Werke…

Die Zeit der Jugend begann. Wir schrieben so ungefähr das Jahr 1996. Wer jetzt denkt, ich war eine derjenigen, die auf Klassenfahrten am Tag hunderte Fotos seiner grimassenschneidenten Mitschüler schoss, der irrt gewaltig. Ich nahm gar keinen Fotoapparat mit. Ich wunderte mich über die anderen, die den Auslöser glühen ließen. Wer würde sich diese Fotos jemals wieder ansehen? Ok, ok! Auf zukünftigen Klassentreffen könnte man damit sicherlich alte Erinnerungen wecken. Aber sonst? Ich bestaunte nach den Klassenreisen lieber die Bilder der anderen und ließ mir ein paar Abzüge machen. Diese sortierte ich in Einsteckalben. Bei jedem meiner späteren Umzüge schaute ich sogar mal in die Bücher rein.

Als ich im Alter von 16 Jahren meinen langjährigen Partner Enno kennen lernte, änderte sich meine Einstellung zur Fotografie abrupt. Von nun an hatte ich auf unseren zweisamen Ausflügen und Reisen logischerweise keine knipsenden Mitschüler mehr dabei. Also musste ich, oder besser gesagt wir, selber ran. Mein Partner hatte eine kleine silberfarbene Digitalkamera. Diese begleitete uns auf Reisen in den Spreewald, nach Bulgarien, Teneriffa und Wien. Die Möglichkeiten solch einer Kamera waren natürlich begrenzt, aber wir hatten schon damals viel Spaß am fotografieren und machten uns Gedanken zu Motivwahl, Perspektive und co. Zu dem Zeitpunkt druckten wir unsere Werke noch unbearbeitet aus. Freunde fanden sie wohl eher langweilig. Es fehlten die Menschen auf den Bildern. Wir lichteten schon damals lieber weite Landschaften und blühende Wiesen ab. Wir selbst fehlten meistens auf den Bildern. Diese Phase endete im Jahr 2006/2007.

Meine Fotografie-Biografie Teil 3

 

Meine Fotografie-Biografie Teil 1

Im Vorfeld des 28 Tage Schreibprojektes, von dem ich Dir im letzten Beitrag erzählte, wurden die Teilnehmer gebeten, ihre Schreibbiografie zu verfassen. Das brachte mich auf die Idee, mich mit meiner Fotografie-Biografie zu beschäftigen.

Mein erster Kontakt mit Fotos

Meine Mutter führte für mich und meine zwei Schwestern Fotoalben. Jedes Kind hatte ein eigenes dickes Buch mit schwarzen Seiten und Pergament dazwischen. Dort hinein wurde unsere Kindheit dokumentiert. Mit schwarz-weiß Bildern und liebevollen Illustrationen und Erklärungen. Zuerst kamen natürlich die Babybilder, dann „Fortschrittsbilder“ (das erste Mal sitzen, laufen usw.). Faschings-, Reise- und Schulanfangsfotos durften natürlich auch nicht fehlen. Später wurden die Fotos bunter und die Reiseziele dank Mauerfall exotischer. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie gespannt wir Mädchen immer waren, wenn wir meine Mutter mit Fotoecken und Buntstiften bewaffnet am Scheibtisch sitzen sahen. Dann gab es immer ein paar neue gefüllte Seiten zu bestaunen! Meine Mama (ich nenne sie tatsächlich heute noch so) schimpfte immer über den Aufwand. Aber es hat sich gelohnt. Ich bin ihr für die Mühen sehr dankbar. Zeigt es doch dokumentarisch mein frühes Leben. Als Kind hat man schließlich noch nicht das beste Erinnerungsvermögen.

Schon damals empfand ich das Festhalten von Augenblicken und die Fotos an sich als kostbar. Ich halte meine zwei Alben auch heute noch in Ehren.

Meine Fotografie-Biografie Teil 2